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Ostkreis Fröhliche Lieder ersetzen Grußworte
Landkreis Ostkreis Fröhliche Lieder ersetzen Grußworte
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17:34 16.04.2014
Die Gäste des Richtfestes applaudieren Jürgen Müller, der in luftiger Höhe den Richtspruch sprach und traditionell das geleerte Schnapsglas zerdepperte.Fotos: Klaus Böttcher
Kirchhain

Kinder und Jugendliche, ihre Betreuer, die Gäste und die Handwerker banden bunte Bänder an die Tanne, die während des Richtfestes am höchsten Punkt des Dachgebälks angebracht wurde. Bevor Jürgen Müller in luftiger Höhe stehend den Richtspruch sprach und traditionell das geleerte Schnapsglas auf dem Boden zerdepperte, sangen die Kinder und alle Betreuer das Lied „Es lernt sich beim Bauen“.

„Es ist eigentlich ein Fest für die Handwerker, wenn der höchste Punkt des Daches errichtet ist“, erläuterte Roland Freitag, der Geschäftsführer der HGK, die Tradition des Richtfestes. Er hielt einige Informationen bereit über die alte Handwerkstradition, so zum Beispiel die Bedeutung der bunten Bänder, die munter am Baum flatterten: Die Bänder symbolisierten die Tücher, in denen die Zimmerleute früher auf der Wanderschaft die Geschenke der Bauherren eingepackt bekamen, erklärte er.

Grußworte gab es während des Festes nicht: Die Gäste vom Kreisausschuss, der Stadt Kirchhain oder dem Verein für heilende Erziehung verzichteten darauf. Sie stimmten Freitag zu, dass es ein munteres Fest werden sollte. Entsprechend sangen sie zusammen das Lied „Komm, bau ein Haus“, das für die sprachbehinderten Bewohner der Einrichtung durch Gebärden unterstützt wurde. Der Erweiterungsbau trägt den Namen „Haus Pegasus“ und bietet zwölf Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ein neues Heim, die intensive Pflege und Betreuung benötigen und dauerbeatmet werden müssen.

Anbau kostet 2,5 Millionen Euro

Die Kosten für das Haus mit 710 Quadratmeter Wohn- und Gemeinschaftsflächen auf zwei Etagen sowie einem 178 Quadratmeter großen Versorgungstrakt belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

In der HGK leben derzeit 36 Kinder und Jugendliche mit Folgezuständen nach schweren Schädel-Hirn-Traumata, mit sogenannten geistigen oder körperlichen Behinderungen, mit seelischen oder Sinnesbeeinträchtigungen, mit Mehrfach- beziehungsweise Schwerstmehrfachbehinderungen.

„Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit einer sogenannten geistigen oder mehrfachen Behinderung zu helfen, sich selbst zu finden und ihr Leben in unserer Gesellschaft entwicklungsgerecht und ihrem Wesen entsprechend führen zu können. Dazu gehört im Bedarfsfall eine umfassende Pflege und pädagogisch-therapeutische Förderung“, sagt Freitag. Damit das gelingen könne, sei die Entwicklung von Haltung und die Bestrebung nach Ausgleich eine wesentliche Aufgabe des Menschseins.

von Klaus Böttcher

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