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Freigabe unter Tränen der Stadtkasse

Sanierung Freigabe unter Tränen der Stadtkasse

Rund 2,5 Millionen Euro stecken in den acht grundhaft erneuerten beziehungsweise neu gestalteten Straßen in der Innenstadt - eine Investition, die sich optisch in jedem Fall gelohnt hat.

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Bürgermeister, Vertreter der Fraktionen sowie Mitarbeiter des Bauhofs und der am Bau beteiligten Firmen weihten am Freitag mehrere sanierte Straßen ein. In der engen Altstadt hatten sich die Anwohner für ein Asphaltband und Straßenränder aus Basaltpflaste

Rauschenberg. Eigentlich sind die Straßen in der Innenstadt schon seit Anfang September wieder befahrbar. Und eigentlich hätte es gestern nach rund einem halben Jahr der Baustellen während der Einweihung äußerst feierlich zugehen sollen. Doch dann kam der Regen und versuchte, den Rauschenbergern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die ließen sich jedoch nicht aufhalten und bezogen die Nässe einfach ein: „Das sind die Tränen der Stadtkasse“, analysierte Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl und betonte, dass die Finanzen das einzige Sorgenkind bei den dringend notwendigen Arbeiten gewesen seien: „Es stand nie zur Diskussion, dass die Straßen saniert werden müssen. Die einzige Frage war, wie wir uns das leisten können.“

Fast 2,5 Millionen Euro stecken in, unter und auf den Straßen Auf der Neustadt, Gartenstraße, Danziger Straße, Kraft-, Milch-, Born- und Rosengasse, Blaue Pfütze und sogar auch der Siedlungsstraße.

Davon investierten Stadt und die Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke 911000 Euro in den Kanal, die Wasserversorgung und den Straßenbau in Gartenstraße, Danziger Straße und Auf der Neustadt. Hinzu kommen 22000 Euro für einen zweiten Gehweg in der Siedlungsstraße, der Kindern einen sicheren Schulweg ermöglichen soll - während die Pflasterung schon erledigt ist, muss ein zugehöriges Geländer noch errichtet werden.

Die Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für die einheitlich gestalteten vier Gassen und die Blaue Pfütze setzen sich ebenfalls aus der Erneuerung von Kanal, Wasserversorgung und dem Straßenbau zusammen. Hinzu kommen noch rund 20000 Euro für die Straßenleuchten beziehungsweise ihren Anschluss.

Wenn die Schlussrechnung vorliegt, werde die Stadt den Anliegern ihre Beitragsbescheide zustellen, kündigte Bürgermeister Manfred Barth an: „Natürlich wird das ein Happen Geld sein, aber die Häuser in den umgestalteten Straßen erfahren durch die verbesserte Infrastruktur eine entsprechende Wertsteigerung“, betonte er. In Milch- und Rosengasse sei die Verschönerung besonders deutlich: „Früher war die Ansicht unattraktiv und die Straßen hatten Hinterhofcharakter - jetzt sind sie schmuck und hübsch.“ Dazu hätten aber auch zahlreiche Anwohner beigetragen, die die Zeit der Bauarbeiten nutzten und ihre Höfe ebenfalls neu gestalten ließen.

„Das erste, was stimmen muss, ist die Infrastruktur“, sagte Barth mit Blick auf die Leerstände in der Innenstadt. Wenn die Straßen schäbig aussehen, sei kaum ein Interessent bereit, ein leerstehendes Fachwerkhaus zu kaufen und zu sanieren: „Durch die Grunderneuerung wird die Altstadt aber schon einmal ein ganzes Stück attraktiver.“

Ruhl rückte derweil auch die Wirkung auf Besucher der Stadt in den Fokus: „Das Stadtbild hat sich verschönert und die Lebens- und Wohnqualität für die Anwohner verbessert. Sie können Besuchern ihr Umfeld nun mit stolzer Brust zeigen.“ Und Barth macht deutlich: „Wir haben richtig viel Geld investiert, das aber gut angelegt ist: Die Straßen sind mindestens für die kommenden 30 Jahre gerüstet.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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