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Ostkreis Flasche Bier macht den Unterschied
Landkreis Ostkreis Flasche Bier macht den Unterschied
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19:49 06.05.2011
Eine Flasche Bier machte bei der Promilleberechnung im Prozess gegen einen 21-Jährigen den entscheidenden Ausschlag.

Stadtallendorf. Das unter Vorsitz von Strafrichter Joachim Filmer tagende Gericht verurteilte den 21-jährigen Auszubildenden als Wiederholungstäter wegen einer fahrlässigen Verkehrsordnungswidrigkeit zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro und einer Führerscheinsperre von zwei Monaten. Die seit Oktober bestehende Führerscheinsperre hob das Gericht auf.

Ob der junge Mann tatsächlich zeitnah seinen Führerschein erhält, liegt im Ermessen der Führerscheinstelle. Joachim Filmer machte zumindest in der Urteilsbegründung deutlich, dass er den Angeklagten im Straßenverkehr für eine Gefährdung der Allgemeinheit hält. „So jemand wie sie hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Sie sind unbelehrbar“, sagte der Richter unter Hinweis auf die Tatsache, dass der Kirchhainer erst ein halbes Jahr vor der Stadtallendorfer Tat seinen Führerschein wiederbekommen hatte. Dieser war ihm 14 Monate zuvor nach einer Trunkenheitsfahrt in Fulda entzogen worden.

Gerungen wurde am Freitag vor Gericht bei einem sonst ziemlich eindeutigen Sachverhalt nur um ein kleines, aber entscheidendes Detail: Den Inhalt einer kleinen Bierflasche. Genauer gesagt: Um den Zeitpunkt, wann der Angeklagte die Flasche getrunken hatte.

Die 0,33 Liter Bier machten für den Angeklagten den Unterschied zwischen einer Straftat und einer Ordnungswidrigkeit aus. Bei ihm war nach seiner Festnahme in der Polizeistation Stadtallendorf ein Promillewert von 1,11 festgestellt worden. Ab 1,10 Promille beginnt für Fahrzeugführer der Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit, der als Straftat gilt. Werte darunter gelten als Ordnungswidrigkeit. Zieht man die 12,5 Gramm Alkohol aus einer Bierflasche ab, errechnet sich für den Angeklagten ein Promillewert von „nur“ 0,96 – unter der Schwelle zur Straftat.

Auf seiner nächtlichen Flucht vor der Polizei will der Angeklagte eine kleine Flasche Bier aus seinem Auto mitgenommen und erst außerhalb des Autos getrunken haben. Ein sogenannter Nachtrunk. Weder der Richter noch der Vertreter der Anklage wollten dies dem Angeklagten abnehmen. Sie konnte ihm aber nicht das Gegenteil nachweisen. Dem standen die Aussagen der als Zeugen geladenen Zechkumpane im Weg.

von Matthias Mayer

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