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Ostkreis Chlorgas im Wasserwerk ausgetreten
Landkreis Ostkreis Chlorgas im Wasserwerk ausgetreten
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20:41 07.03.2019
Die Feuerwehr ist am Wasserwerk Stadtallendorf im Einsatz. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Gegen 15.15 Uhr heulten die Warnsirenen auf dem Gelände des Wasserwerkes. Sensoren hatten einen Chloraustritt in einem Gebäude festgestellt und Alarm ausgelöst. Peter Preis, der Betriebsleiter vom Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke, reagierte sofort. Er aktivierte eine Berieselung in dem Maschinengebäude und holte Kollegen aus den Nachbargebäuden. Es gab keine Verletzten.

Gleichzeitig wurde die Stadtallendorfer Feuerwehr alarmiert, für sie war das ein Gefahrstoffeinsatz. Am Ende waren die Wehren aus der Kernstadt, Niederklein und Schweinsberg im Einsatz, außerdem vorsorglich der Rettungsdienst und der Führungsdienst des Landkreises, der unterstützte. Vorsorglich war auch der Gefahrstoffzug der Feuerwehr Kirchhain alarmiert worden, um bei Bedarf mehr Material wie vor allem Schutzanzüge vor Ort zu haben. Die Feuerwehr musste zunächst vor allem erkunden. Denn was sich genau in der Maschinenhalle zugetragen hatte, war zu Beginn des Einsatzes offen. Klar war lediglich, dass in einem Gebäude offenbar Chlor ausgetreten oder entstanden war.

Für das Erkunden war vorher einiger Aufwand nötig. Speziell geschulte Feuerwehrleute stiegen in besondere Chemikalien-Schutzanzüge, ein Dekontaminationszelt musste aufgebaut werden. In ihren Schutzanzügen und mit Atemluft aus der Pressluftflasche versorgt, betraten Feuerwehrleute das Maschinengebäude.

Die Feuerwehr ist am Donnerstag zu einem Einsatz am Wasserwerk Stadtallendorf ausgerückt. Dort ist laut Polizei unter anderem Salzsäure und Kochsalzlösung ausgetreten.

Nach Angaben der Feuerwehr war dort an einer Mischanlage Salzsäure und Kochsalzlösung ausgetreten. „Ob das an der Anlage passiert ist oder Behälter undicht waren, ist zunächst noch unklar“, erläuterte Einsatzleiter Uli Weber. Er ist Stadtallendorfs Stadtbrandinspektor.

Über die Mischanlage kann dem Wasser Chlor zugesetzt werden. Der schnelle Einsatz der Berieselungsanlage habe verhindert, dass sich das entstandene Chlor weiter ausbreiten konnte. „Es wurde durch die Berieselung gleich niedergeschlagen“, erklärte Kreisbrandmeister Stephan Schienbein. Feuerwehrleute sicherten die fraglichen Behälter. Die Menge der ausgetretenen Stoffe war nach Einschätzung der Feuerwehr eher gering. Die Messgruppe der Feuerwehr Marburg, die ebenfalls sehr schnell vor Ort war, stellte zudem außerhalb des Maschinengebäudes keinerlei gefährliche Stoffe in der Luft fest, wie Einsatzleiter Weber gegenüber der OP erläuterte.

Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Einsatzes stand nach Feuerwehrangaben auch fest, dass für die Bevölkerung in der Nachbarschaft keinerlei Gefahr bestand. Für die Feuerwehr dauerte der Einsatz einschließlich Aufräumarbeiten bis 18.30 Uhr. Der Betrieb des Wasserwerkes des ZMW war zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt. „Für solche Notfälle gibt es genaue Ablaufpläne, die auch funktioniert haben“, so Betriebsleiter Preis.

von Michael Rinde