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Feuerfunken bangen um ihre Existenz

Karneval Feuerfunken bangen um ihre Existenz

Sie sind eine junge Gruppe, und doch geht es ihnen wie zahlreichen Gesang- und anderen Vereinen: Neustadts Feuerfunken fehlt der Nachwuchs - zumindest der männliche.

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Akrobatik ist bei den Feuerfunken Trumpf.Archivfoto: Lerchbacher

Neustadt. Die Feuerfunken sind eines der Aushängeschilder des Neustädter Karnevals: Sie wirbeln einander durch die Luft, bauen aus Tänzern Pyramiden und sorgen mit ihren Auftritten dafür, dass den Zuschauern während der akrobatischen Einlagen zunächst der Atem stockt, ehe sie in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Doch nun bangen die Feuerfunken selbst - und zwar um ihre Zukunft. Finden sie keine neuen männlichen Mitglieder, dann könnte die vergangene Faschingskampagne ihre letzte gewesen sein. Das zumindest sagt Carmen Klipp. Markus Müller, der Vorsitzende der Faschingsabteilung des VfL Neustadt, glaubt zwar, dass die Funken auch ohne Männer für Begeisterung sorgen könnten - doch eigentlich wollten sie das gar nicht, wirft die Tänzerin ein.

Der Grund liegt für sie in der eigentlichen Ausrichtung der Gruppe: Einst gründeten die Neustädter sie als gemischte Garde, in der pärchenweise getanzt wird. Im Laufe der Jahre weichten sie die Regelung zwar auf, doch am Gardetanz nahmen immer mindestens drei Männer (und sechs Frauen) teil. Beim Showtanz, den in diesem Jahr bis zu 18 Feuerfunken aufführten, ist die Situation eine andere - allerdings scheint bei diesem Programmpunkt die Problematik nicht zu bestehen.

Björn Metzger tritt aus zeitlichen Gründen kürzer, trainiert die Kindergarde und will nur noch beim Showtanz mitwirken. Nico Scheldt geht zur Bundeswehr und kann die Zukunft noch nicht einschätzen - will jedoch auch auf den Showtanz das Hauptaugenmerk legen. Andreas Lemmer hat sich schon immer auf den Showtanz beschränkt, und Lukas Reperowicz muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Und so steht Nachwuchstänzer Max Spielvogel plötzlich alleine da.

„Wir brauchen also mindestens zwei neue Männer“, gibt Klipp als Ziel aus. Zu allem Überfluss benötigen die Feuerfunken auch noch einen neuen Trainer, da sich Melanie Kuhn und Stephanie Boffo aus unterschiedlichen Gründen zurückziehen. „Am besten wäre ein Trainer, der nicht aus Neustadt kommt, damit er unvoreingenommen an die Arbeit herangehen kann“, sagt Müller. „Er sollte Erfahrung und Autorität besitzen, kreativ sein und sich im akrobatischen Bereich auskennen“, ergänzt Tänzerin Aline Hoffmann und betont: „Er sollte aber auch mit Menschen umgehen können.“

Doch zunächst einmal steht das Problem der fehlenden Tänzer im Vordergrund. Metzger und Co. haben zwar schon im Freundeskreis Werbung gemacht - sie wurden schließlich einst auf diese Weise zu den Feuerfunken gelockt - doch bisher blieben ihre Bemühungen erfolglos. Und so ruht alle Hoffnung auf einem Showtraining zum Mitmachen, das die Neustädter am Sonntag ab 14 Uhr in der Turnhalle der Kindertagesstätte Sonnenschein ausrichten. „Schauen und ausprobieren“, lautet das Motto. Interessierte (ab 18 Jahren) sollten eine Sporthose und Hallenschuhe mitbringen.

„Man muss kein Bär sein“, betont Metzger. Eine gewisse Grundsportlichkeit sollte ebenso wie Taktgefühl vorhanden sein, doch gerade bei den Hebefiguren lasse sich fehlende Kraft durch Technik ausgleichen. Ausdauer sie gerade im Gardetanz wichtig, fügt Scheldt hinzu. Angst müssten die potenziellen Tänzer aber nicht haben: Dicke Matten sorgten für Sicherheit bei allen Hebeübungen, zur Unterstützungen stünden jeweils weitere Tänzer bereit. „Ich war eigentlich immer froh, unten stehen zu können. Beim Schulterstand oben zu stehen, kostet echt Überwindung“, sagt Metzger.

Zweimal pro Woche trainieren die Feuerfunken. Ende Mai beginnen sie meist, den Gardetanz für die nächste Karnevalssaison einzustudieren. Im Herbst kommt der Showtanz dazu, dann findet dreimal pro Woche Training statt. „Es sind aber auch tolle Leute dabei, die privat viel zusammen machen“, wirbt Scheldt.

Kontakt: Björn Metzger, Telefon 06692/2099486, E-Mail feuerfunken@mtzg.de; weitere Informationen im Internet unter http://cms.feuerfunken.mtzg.de

von Florian Lerchbacher

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