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Ostkreis Feuer und Flamme für Amöneburg
Landkreis Ostkreis Feuer und Flamme für Amöneburg
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06:15 20.06.2012
Farbenprächtige (Teelichter-)Bilder illuminierten die Schlossruine. Die Chöre der Tafelrunde sangen. Fotos: Gunnar Meske
Amöneburg

Welch ein gelungener Auftakt! Bestes Wetter, hervorragende Stimmung, gelungene Darbietungen der Amöneburger Chöre, bunte Tee-Licht-Bilder auf der Schlosswiese und schließlich das Highlight des Abends: das Spiel mit dem Feuer, die Vorstellung vom Feuer-Zauber-Lehrling durch die Marburger Gruppe Irrlicht & Irrsinn.

Schon bei den Vorbereitungen zu der Veranstaltungsreihe vom Amöneburger Kulturspektakel waren der erste und der zweite Vorsitzende des Kulturspektakel-Vereins, Bürgermeister Richter-Plettenberg und sein Stellvertreter Werner Eismann guter Dinge. Es lief alles besser als je zuvor. Ein eingespieltes Team. Eine Zusammenarbeit, wie sie genau im Sinne dieses Spektakels war, das ein Kulturereignis von der Region für die Region sein möchte. Diese Idee ist inzwischen gelebte Wirklichkeit. Am Ende dieser kulturellen Festtage werden rund 400 Teilnehmer auf der Bühne gestanden haben, und ein Vielfaches an Besuchern hat dann erleben dürfen, dass Amöneburg hohes Niveau bieten kann, nicht nur topografisch betrachtet.

Die drei Amöneburger Chöre unter der Leitung von Jürgen Pöschl (Musiklehrer an der Stiftsschule) hatten sich für diesen Abend der leichten Muse verschrieben. Die Zuschauer genossen es sichtlich und hörbar. Sie klatschten, tanzten und schunkelten mit. Die Sonne ging langsam unter, aber die Stimmung stieg mit jedem neuen Auftritt. Angefangen mit Mamma Mia, über Ein Bett im Kornfeld und Schuld war nur der Bossa Nova bis zu Dancing Queen. „Chor goes Pop“ - wer konnte da ruhig bleiben... Ein gelungener Auftakt.

Und dann endlich das Feuertheater der Gruppe Irrlicht & Irrsinn. Goethes Zauberlehrling, der an diesem Abend mit einem anderen Element kämpft: Feuer statt Wasser. Faszinierend! Aber eben auch im wahrsten Sinne brandgefährlich. Doch für Sicherheit war gut gesorgt. Die extra für diesen Abend neu arrangierte Vorstellung war eine absolut heiße Show. Die Flammen schlugen hoch - auch die der Begeisterung. Aber es gab keine Gefahr. Gut 200 Jahre nach Goethes lyrischer Warnung vor menschlicher Hybris im Umgang mit den Elementen hatte an diesem Abend eine wahrhaft glanzvolle Neu-Interpretation Premiere. Das Spiel mit dem Feuer - ein großes Spektakel.

Aber beruhigend war es dann doch, dass es danach auf der Schlosswiese einen ungefährlicheren Umgang mit den Flammen zu sehen gab. Poesie pur! Aus Teelichtern waren wunderschöne bunte Bilder gestellt worden. Eine Augenweide. Alles in allem war man sich auf dem Nachhauseweg darin einig, dass Amöneburg mit dieser Auftaktveranstaltung nicht nur dem Ort, sondern der ganzen Region Glanzlichter aufgesetzt hatte.

von Dr. Gunnar Meske