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Ostkreis Schweißarbeiten als mögliche Brandursache
Landkreis Ostkreis Schweißarbeiten als mögliche Brandursache
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20:01 05.05.2018
Die Einsatzstelle im Speckswinkler Dorfkern gleicht einem Trümmerfeld. Quelle: Feuerwehr Neustadt
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Speckswinkel

Wahrscheinlich waren es Schweißarbeiten, die den Brand in der Werkstatt in Speckswinkel auslöste. Absicht war es jedenfalls nicht. Nach Untersuchungen der vergangenen Tage geht die Polizei von „fahrlässiger Brandstiftung“ aus, wie Sprecher Martin Ahlich auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt.

Und zu retten dürfte am Gebäude auch nichts mehr sein, vermutet Erhard Wölk, der nach 20 Jahren auf dem Posten als Stadtbrandinspektor in Speckswinkel seinen letzten Einsatz hatte. „Mit so einem Großereignis hatte ich zum Abschluss nicht gerechnet“, gibt er zu und berichtet, dass einige Kameraden aufgrund des nahenden Endes seiner Dienstzeit zunächst von einer Übung ausgegangen waren.

Gebäude musste früh aufgegeben werden

Doch es war alles andere als eine Übung: Gemeinsam mit Einsatzkräften und Fahrzeugen aus Stadtallendorf, Kirchhain und Marburg sowie verschiedenen Rettungsdiensten und der Polizei bekamen die Mitglieder der vier Neustädter Wehren die Lage in den Griff.

Das eigentliche Gebäude mussten sie sogleich aufgeben, als es bereits in Vollbrand stand – aber es gelang ihnen, einen Ausbreitung und ein Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude zu verhindern.

„Ohne Hilfe hätten wir es nicht geschafft, das Feuer so schnell unter Kontrolle zu bringen“, betont Wölk und lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. „Es war auch wichtig, die zweite Drehleiter aus Kirchhain dazuzurufen, um den Brand von oben zu bekämpfen.

Hätte viel schlimmer ausgehen können

Es gab Bedenken, dass der Wind drehen und die Menschen im Ort gefährden könnte. Aber zum Glück wurde der Rauch aus der Dorflage rausgetrieben. Das hätte alles viel schlimmer ausgehen können.“

Die anfänglichen Probleme bei der Wasserversorgung will er nicht überbewerten: „Wenn man mit sechs bis acht Strahlrohren zugleich loslegt, ist das Wasser aus den Fahrzeugen schnell erschöpft.

Und bis man die Versorgung vom Teich zur Einsatzstelle aufgebaut hat, dauert es halt ein bisschen“, erläutert Wölk und betont, dass weiteres Wasser aus einer Zisterne im Dorf stammte.
Die meisten Feuerwehrleute waren rund sechs Stunden im Einsatz.

Die Kameraden aus Speckswinkel übernahmen die Brandwache und mussten nachts noch aufflammende Brandnester mittels eines Schaumteppichs ablöschen. „Am wichtigsten ist, dass alle gesund da rausgekommen sind“, hebt Wölk hervor.

Sowohl die drei Personen, die beim Ausbruch des Feuers in der Halle waren, als auch ein Mitglied der Feuerwehr Speckswinkel, das zur Untersuchung ins Krankenhaus kam, wurden rasch wieder entlassen.

Der entstandene Schaden beläuft sich aufgrund der zahlreichen Autos, die in der Halle standen und verbrannten, auf wahrscheinlich mehr als die ursprünglich vermuteten 400  000 Euro, berichtet Ahlich.

von Florian Lerchbacher

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