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Festplatz soll Parkplatz sein

Parkplatzproblematik Festplatz soll Parkplatz sein

Beschlossen ist bisher nichts, dafür stehen noch zu viele Fragen im Raum. Sicher ist nur: Der Festplatz soll die Lösung der Parkplatzproblematik auf dem Berg bringen.

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Gepflastert soll der Fest- auch Parkplatz sein.

Quelle: Lerchbacher

Amöneburg. „Moderne Parkanlagen wie automatische Parkhäuser sind technisch kein Hexenwerk mehr und unglaublich platzsparend“, verteidigt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg seine von einigen Bürgern als Aprilscherz abgetane Idee. Im gleichen Atemzug gibt er zu, dass eine solche Anlage teuer und eine „Refinanzierung derzeit nicht darstellbar“ sei - dabei verweist er auf die Ergebnisse einer Umfrage, in der lediglich sechs Anwohner der Kernstadt Interesse bekundeten, einen Parkplatz zu mieten. 53 Bürger, die den Umfragebogen ausgefüllt hatten, stimmten indes dem Vorschlag zu, den Festplatz auszubauen und dort 60 Parkplätze zu schaffen - dem gegenüber standen 40 Nein-Stimmen.

Amöneburg habe aufgrund der stark begrenzten Fläche ein Parkplatzproblem, betont der Bürgermeister und verweist darauf, dass auch Parkplätze ein wichtiger Faktor im Kampf um Touristen seien. Vor allem jedoch sei es bei Veranstaltungen in der Kernstadt durch wildes Parken oftmals zu einer Art Verkehrschaos und Behinderungen gekommen. Ortsvorsteher Herbert Fischer war selbst Zeuge der Problematik geworden, als er bei einem Probealarm mit der Feuerwehr ausrückte, den Festplatz aber nicht erreichen konnte, weil der Weg versperrt war. „Da hatte ich die Faxen dicke“, ärgert er sich. Und so hat sich nun auch beim Ortsbeirat Amöneburg die Meinung geändert: Vor einigen Jahren lehnte das Gremium den Ausbau des Festplatzes noch mit einem strikten Nein ab, nun wird es sich wohl dafür aussprechen, sagt Fischer und lobt Richter-Plettenberg für den Ansatz, alle einzubeziehen, die von der Parkplatzsituation irgendwie betroffen sind: „Das war nahezu genial, um in die Thematik einzusteigen.“

Am 25. Juni soll sich die Stadtverordnetenversammlung der Sache annehmen. Dann kommen in einem neuen „Verkehrskonzept“ aber noch weitere Gesichtspunkte zur Debatte, zum Beispiel will die Stadt die „illegal genutzten“ Plätze am unteren Marktplatz als „echte“ Parkplätze ausweisen. Dass dafür die Kreuzgasse zur Sackgasse werden müsse, störe die Gastronome nicht, teilte der Bürgermeister mit. Ein weitere Plan lautet, versenkbare Poller rund um die Schule - zum Beispiel oberhalb des Marktplatzes und in der Burgstraße an der Ecke Kolpingstraße. Ziel ist, im Notfall die Bereiche abzusperren, damit der Weg für die Rettungskräfte frei ist. Die haben allerdings weiter Bedenken. Diese ließen sich nur durch eine Ausweitung des Parkplatzangebotes sowie eine regelmäßige Verkehrsüberwachung ausräumen, erklärt Richter-Plettenberg.

Er plant des Weiteren, den verkehrsberuhigten Bereich rund um den Marktplatz abzuschaffen und die Altstadt zur Tempo-30-Zone zu machen. Problem ist jedoch, dass die Dr.-Max-Ehrenpfordt-Stra0e eine Kreisstraße ist, auf der Tempo 30 juristisch eigentlich nicht möglich ist.

Und auch beim Festplatz gibt es noch ein Problem: Er liegt im Naturschutzgebiet und müsste daraus herausgenommen werden, damit einer Pflasterung nichts mehr im Weg steht. Der Bürgermeister will die Thematik bei den Behörden ansprechen.

von Florian Lerchbacher

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