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Ostkreis Verwaltung sieht keinen Bedarf für Parkdeck
Landkreis Ostkreis Verwaltung sieht keinen Bedarf für Parkdeck
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14:00 02.02.2019
Die Parkplätze bei Edeka und vor dem Discounter „Pfennig-Pfeiffer“ sind gut ausgelastet. Für den Festplatz, der für Dauerparker ­gedacht ist, gilt das nicht, wie die Verwaltung feststellt.  Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Im vergangenen Jahr brachte das Stadtparlament auf Initiative der CDU-Fraktion die Prüfung auf den Weg, ob es auf städtischen Grundstücken in der Innenstadt die Möglichkeit gibt, ein Parkdeck zu bauen. Jetzt hat die Verwaltung einen sehr ausführlichen Bericht vorgelegt. Sie hat dabei auch die Parksituation noch einmal eingehend analysiert. So viel sei vorweggenommen: Bedarf für ein zusätzliches Parkdeck ist aus Verwaltungssicht nicht erkennbar. Es ließe sich ohnehin nur auf dem Festplatz-Gelände an der Herrenwaldstraße realisieren.

Zu den Details: Als „Innenstadt“ hat die Verwaltung angelehnt an Parkraumkonzepte einen Radius von 300 bis 400 Metern definiert. Sie hat die Parkplätze am Edeka-Markt, bei Pfennig-Pfeiffer, an der Teichwiesenstraße sowie das Festplatzgelände betrachtet. Insgesamt hat Stadtallendorf im Innenstadtgebiet 1.347 öffentliche und private Stellplätze, bei 883 davon gilt Parkscheibenpflicht.

Vom 20. September bis 12. Oktober haben Verwaltungsmitarbeiter darauf hin jeweils um 10 und um etwa 16.30 Uhr gezählt. Die Auslastung der Parkflächen in der Teichwiesenstraße und vor Pfennig-Pfeiffer und Hallenbad ist am höchsten. Der Festplatz-Parkplatz wird quasi nicht genutzt – obwohl er für Dauerparker ausdrücklich freigegeben ist. Die Zählungen der Verwaltung ergaben, dass dort in der Regel lediglich ein Fahrzeug stand. Platz ist für 106 Fahrzeuge. „Die Menschen wollen halt unmittelbar vor der Tür parken“, so Bürgermeister Christian Somogyis Kommentar. Wer sich von der Stadtmitte aus auf den Weg zum Festplatz macht, braucht gut sieben Minuten, wie eine Überprüfung der OP ergab.

Öffentliche Parkflächen für Kunden und Besucher

Somogyi machte gegenüber der OP noch einmal die grundsätzliche Linie der Stadt klar, dass die öffentlichen Parkflächen ausschließlich für Kunden und Besucher der Innenstadt gedacht sind, nicht für Dauerparker wie Anlieger und Mitarbeiter von Geschäften und Unternehmen. Es gilt auf den meisten Parkflächen eine Höchstparkdauer von zwei Stunden.

Die Auslastung der untersuchten Parkplätze lag demnach zwischen 76 Prozent (Hallenbad/Pfennig-Pfeiffer) und zwei Prozent (Festplatz). Das gelte als gute bis sehr gute Auslastung, zeige aber auch, dass es keinen zusätzlichen Bedarf gebe, so Somogyi. Bei Dauerparkern sieht er Immobilieneigentümer in der Pflicht. „Das ist ganz klar nicht die Sache der Stadt“, so der Bürgermeister. Zumal es städtische Angebote wie den Festplatz oder die Park-and-Ride-Fläche am Bahnhof gebe. Hinzu kommt die Option, Parkplätze in der Tiefgarage der Stadthalle zu mieten. Das wird aber auch wenig bis kaum genutzt. Derzeit habe er dort nur zwei Mieter, so Somogyi.

Um das Kernthema Parkdeckbau noch einmal genauer zu untersuchen, startete die Stadtverwaltung eine Anfrage bei einem Systemhersteller solcher Parkdecks. Dessen Analyse kommt zu dem klaren Ergebnis, dass sich nur der städtische Festplatz für ein eingeschossiges Parkdeck eignete. Dort könnten bei der einfachsten Variante 89 neue Parkplätze via Parkdeck entstehen. Die Kosten lägen dort bei etwa 768.000 Euro plus Entwässerungs- und Gründungsarbeiten.

Dort, wo es zu Spitzenzeiten Mangel gibt, etwa in der Teichwiesenstraße, gibt es keine geeigneten Flächen für ein Parkdeck. Somogyi macht aus seiner Haltung keinen Hehl: „Wir rationalisierten uns den Festplatz weg und gewännen dabei eigentlich nichts, wenn wir ein Parkdeck dort bauen.“

Keine Antwort vom Tennishallen-Eigentümer

Bleibt die Frage, wie die Politik die Ergebnisse bewerten wird. In den aktuellen Sitzungen ist der Punkt lediglich als Kenntnisnahme geführt. Eine Aussprache ist somit eigentlich nicht zu erwarten.

In der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Soziales und Kultur lobte der Fraktionsvorsitzender der CDU, Hans-Georg Lang die Verwaltung vor allem für die Detailiertheit der Untersuchung und den großen Aufwand.
Kleinere Verbesserungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung sehr wohl. So könnten die Parkflächen in der Teichwiesenstraße neu markiert werden, um das „Wildparken“ und Blockieren von gleich mehreren Parkplätzen zu verhindern. Ob und wann das geschieht, ist in dem Bericht nicht erwähnt.

Laut Somogyi hat die Verwaltung auch noch weitergehende Schritte unternommen. So habe es den Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer des Tennishallen-Gebäudes gegeben.
Der Verwaltung ging es dabei um die Frage der Parkplatznutzung. Doch eine Antwort habe es leider nicht gegeben, so Somogyi.

von Michael Rinde