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Ostkreis Letzter Kraftakt gilt dem Maibaum
Landkreis Ostkreis Letzter Kraftakt gilt dem Maibaum
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08:01 03.05.2018
Mit vereinten Kräften stellten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ihren 13 Meter hohen Maibaum auf. Quelle: Matthias Mayer
Himmelsberg

Den letzten Kraftakt hatte am Morgen die Freiwillige Feuerwehr Himmelsberg zu stemmen. Zu den Klängen des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain brauchte es Kraft, Routine und geübte Handgriffe, um den 13 Meter hohen Baum am Dorfgemeinschaftshaus derart in die Senkrechte zu bringen, „dass auch die Stausebacher nichts an dem Baum auszusetzen haben“, wie Ortsvorsteher Uwe Kemmer als launiger Moderator des Ereignisses feststellte.

Die 775-Jahr-Feier in Himmelsberg ist Geschichte. Mit einer zünftigen Maifeier mit Maibaumaufstellen, Fassanstich und Blasmusik klang das Fest am 1. Mai nach vier Tagen aus.

Kaum war das „patentierte Himmelsberger Maibaum-Aufstellgerät“ demontiert, da kündigte schon eine lautstarke Fanfare die Ankunft der ersten auswärtigen Gäste an. Der Schwabendorfer Bodo Diehl chauffierte seinen Schlepper nebst Party-Anhänger gekonnt um eine scharfe Kurve. Mit dabei hatte er die Jugend aus seiner Nachbarschaft, darunter auch seinen Sohn.

Mit ihren giftgrünen Hüten setzten die Schwabendorfer die ersten Farbtupfer des Tages, den die Gastgeber ganz auf die Bedürfnisse der Wanderer und der Mai-Ausflügler ausgerichtet hatten.

Heiterer Festkommers am Freitagabend

Als dann die ersten Sonnenstrahlen die dunkle Wolkendecke durchdrangen, konnte auch am 1.-Mai-Feiertag nichts mehr schiefgehen. Entsprechend freudig war der Festausschuss-Vorsitzende Torsten Wege gestimmt. „Am Freitagabend war ich noch richtig nervös. Jetzt bin ich so was von entspannt“, bekannte er gegenüber der OP. Und stolz konstatierte Wege: „Was unser kleines Dorf gemeinsam geschafft hat, ist nicht mehr zu toppen.“

Das fing schon bei dem heiteren Festkommers am Samstagabend an. Willibald Preis zeigte sich begeistert von der originellen Moderation Rainer Husels und von den Auftritten dessen Chores „Oral total“, der letztlich von Himmelsberger Bürgern finanziert wurde. „Wir haben zusammengelegt, und das hat sich gelohnt“, sagte Preis.

Lernen für Organisation der nächsten Feste

Auch beim Höfefest überbot Himmelsberg das Klassenziel. 3.500 Menschen fluteten am Sonntag Himmelsberg. Davon „3.000 zahlende Besucher und 500 Mitwirkende“, wie Ortsvorsteher Uwe Kemmer berichtete. „Das war eine ganz tolle Sache. Leider war der Abend im Festzelt nach dem langen Tag ein Flop. Daraus müssen wir lernen“, sagte er.

Der aus dem Saarland stammende Fallschirmjäger in Diensten der von Stadtallendorf aus befehligten Division Schnelle Kräfte (DSK) zog erst vor sechs Jahren nach Himmelsberg. Zusammen mit seiner Frau fand er hier schnell seinen Lebensmittelpunkt, baute ein Haus, wurde völlig integriert und schließlich zum Ortsvorsteher gewählt.

Dank Engagement vieler ein Erfolg

Bereut hat er das ebenso wenig wie sein Engagement für das Fest, das die Himmelsberger nicht zuletzt aus der eigenen Tasche bezahlt haben. Uwe Kemmer erinnert an die Bereitschaft aller vier Ortsvereine, den Festausschuss finanziell zu unterstützen und an die Kuchen-Aktion. Über ein Jahr lang boten Himmelsberger für Himmelsberger Kuchen zum Verkauf an. Erlös für das Fest: 1.500 Euro.

„Es war viel besser als das, was wir uns vor 17 Monaten noch hätten vorstellen können“, bewertete Kemmer den Monat, wobei er alle Aktionen vom Festgottesdienst mit Lichterprozession bis zum Feuerwerk in sein Lob einschloss. Der Einsatz von Manfred Peschel und Arnulf Preis habe dafür gesorgt, dass Himmelsberg tatsächlich in allen Farben geleuchtet habe. Und das Riesenfeuerwerk von Hadi Riedel sei ein Riesengeschenk des Zahnarztes an alle Himmelsbergerinnen und Himmelsberger gewesen.

von Matthias Mayer