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Feminismus, Liebe und hartnäckige Gäste

Kultur-Spektakel Feminismus, Liebe und hartnäckige Gäste

Rund 60 Zuschauer ließen sich am Samstag nicht vom Regen die Stimmung vermiesen, trotzten dem schlechten Wetter und verfolgten die Theateraufführung in der Schlossruine.

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Die Mitglieder des Theaters der Waggonhalle führten „Das Wirtshaus an der Lahn 2“ in Amöneburg auf.Foto: Elvira Rübeling

Amöneburg. „Das Stück war prima, das Wetter hingegen katastrophal.“ Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ist traurig, dass es am Samstag während des Stückes „Das Wirtshaus an der Lahn 2“ wie aus Eimern goss. Gleichzeitig bewundert er die „hartnäckigen Besucher“, die sich mit Schirm oder Regencape ausgestattet die Stimmung nicht vermiesen ließen. „Wirtschaftlich war der Abend ein Reinfall - aber so ist es eben bei Open-Air-Veranstaltungen.“

Um ein wenig Schutz zu bieten, wollten die Erfurtshäuser gestern laut Bürgermeister einen Teil ihres Festzeltes in der Ruine aufbauen: „So kann man wenigstens zum Teil im Trockenen sitzen“, betonte er.

Das Theater der Waggonhalle Marburg ließ das rege Treiben im Wirtshaus an der Lahn zur Anfangszeit der Weimarer Republik aufleben: Deutschland ist im Umbruch. Die Einen streben Veränderungen an, doch die Anderen versuchen, an den alten Sitten festzuhalten. Pfarrer (Matt Dressler) und Baron Friedrich Freiherr von Hohenfels (Uwe Lange) wettern gegen die Frauenrechtlerin Fräulein Konsul Berta (Philippa Shegwin), die für ein selbstbestimmtes Leben kämpft. Der Wirt Papa Lupus (Willi Schmidt) hingegen denkt nur ans Geld und lässt gerne andere für sich arbeiten, wie Paula (Daniela Vogt), die den Laden schmeißt, Sängerin Christine (Mareike Kemp) und Hure Vicky (Jenny Trost).

Es geht auch um Liebe. Johann (Jochen Schröder) und Anne-Mi (Marina Wagner) kommen vom Land und beliefern die Städter mit Lebensmitteln und Illegalem. Auf dem Dorf bestimmen Zwänge den Alltag. So müssen Johann und Anne-Mi um ihre Liebe kämpfen. Werden die beiden jemals glücklich werden können? Das alles entscheidet sich nach einigen dramatischen Vorfällen, für die das Wirtshaus an der Lahn Schauplatz wird.

In dem Stück lassen Regisseur Matze Schmidt und Texter Willi Schmidt das legendäre Wirtshaus in Marburg an der Lahn, das im Jahre 1970 abgerissen wurde und dem Hochhaus „Affenfelsen“ weichen musste, wieder aufleben. Die Produktion, entwickelt vom „Wirtshaus Ensemble“, basiert sowohl auf Recherchen als auch Fiktivem.

Die Ausstattung und das aufwendige Bühnenbild von Daniela Vogt, das auch in Amöneburg bejubelt wurde, trugen zum Gelingen des Abends bei.

von Elvira Rübeling

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