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Faszination für die Generation 50 plus

Modelleisenbahnmarkt Faszination für die Generation 50 plus

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Schon eine halbe Stunde nach der Eröffnung des 26. Kirchhainer Modelleisenbahnmarkts war das Bürgerhaus brechend voll.

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Fachsimpeln, feilschen, kaufen: Beim 26. Kirchhainer Modelleisenbahnmarkt herrschte am Sonntag im Bürgerhaus Hochbetrieb. Die jüngsten Besucher zog es auf die Bühne  zu den Modellbahnanlagen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Der eigens aus Frankfurt angereiste Modelleisenbahner Gunther Weber hat seinen Beutezug durch das bis in den letzten Winkel mit Verkaufsständen vollgestellte Bürgerhaus hinter sich. Eine Uerdinger Schienenbus-Garnitur und zwei „Silberlinge“, wie die Nahverkehrs-Waggons vergangener Jahre genannt werden, trägt er stolz zum Auto. „Günstig“ habe er seine Schätzchen erstanden. Den Preis möchte er gewohnheitsmäßig nicht nennen: „Meine Frau schimpft immer, das Zeug wär‘ zu teuer“, sagt er und verschwindet in seinem Auto.

Im durch die Abseiten, die Bühne und den kleinen Saal erweiterten Großen Saal des Bürgerhauses ist derweil die Luft zum Schneiden. Mit prüfenden Blick huschen Modelleisenbahner und Sammler durch die Tischreihen, auf die Stars des goldenen Eisenbahn-Zeitalters in Originalverpackung unter Klarsichtfolie ruhen: Die eleganten Dampfloks der Baureihen 01 und 03, die im Schnellzugdienst eingesetzt wurden, die knuffigen Loks der Baureihe 38, die schweren Güterzug-Lokomotiven der Baureihe 44, die Weltkriegsloks der Baureihe 52 mit ihren eleganten Wannentendern und die sächsische IV K, die heute noch über Schmalspurgleise im Erzgebirge, im Zittauer Gebirge und im Harz dampft.

Einige Besucher haben keinen Blick für die Schönheiten im Maßstab 1:87 übrig. Sie suchen ganz spezielle Dinge: winzige Federn, kleine Kupplungsteile oder einen Faulhaber-Antrieb, der ein vorbildgerechtes langsames Anfahren einer Lok ermöglicht.

Auffällig ist: Im Saal hat die Generation 50 plus die verfassungsgebende Mehrheit. Auf der Bühne umlagern die Kinder die Modellbahnanlagen, die der Modelleisenbahn-Club Gemünden dort aufgebaut hat. Jugendliche und junge Männer sind kaum zu sehen.

Gleichwohl ist die Veranstaltung für die gastgebenden Eisenbahnfreunde Kirchhain ein riesiger Erfolg. Die Kirchhainer erwiesen sich wieder einmal als gute Gastgeber – auch dank des umfangreichen Kaffee- und Kuchen-Buffets.

Auf Sicht hat das Team um Hartmut Vincon allerdings ein Problem: Werden die Verkleinerungspläne für das Bürgerhaus Wirklichkeit, muss der Modelleisenbahnmarkt umziehen. Das Bürgerhaus ist dann definitiv zu klein.

von Matthias Mayer

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