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Fackelschein und viele gute Freunde

Walfest in Schweinsberg Fackelschein und viele gute Freunde

Die historische Kulisse eingehüllt in das Licht brennender Fackeln. Wenn die Schweinsberger ihr Wallfest feiern, herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Dazu braucht es nicht mal Musik.

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Die Gäste des Wallfestes genießen die Atmosphäre vor der Kulisse der Schweinberger Burgmauern, während die jüngsten Helfer ihre Brezeln verkaufen (Bild oben rechts). Dauergast Wilhelm Mann (ganz links im unteren Bild) hatte es sich ebenfalls an einer Bier

Schweinsberg. Schweinsberg. Am Samstagabend fanden sich 1000 Besucher unter den mächtigen Bäumen am Wall vor den wuchtigen Schweinsberger Burgmauern ein, um gemeinsam das sommerliche Wallfest zu feiern.

Dem eigentlichen Fest voraus ging ein Fahrradparcours für Kinder, welcher von Horst Hahnkammer und seinem Team am Nachmittag ebenfalls auf einem Teil des Walls organisiert wurde. 30 Kinder kamen hier zusammen und zeigten ihr Können auf zwei Rädern.

Ab halb acht strömten dann die Besucher auf den Festplatz, den 40 Helfer am Vormittag bereits mit Tischen und Bänken ausgestattet hatten. „Das war alles richtig schnell aufgebaut“, freute sich Thorsten Schlote vom Verkehrs- und Verschönerungsverein, der das gemeinsam mit dem Sportverein ausgerichtete Fest federführend organisierte.

75 Helfer im Einsatz

Trotz der hohen Besucherzahl musste an dem Abend niemand lange auf ein kühles Getränk warten, denn 75 Freiwillige waren fleißig im Einsatz, um die Wünsche der Gäste schnellstmöglich zu erfüllen. „Wir haben von Jahr zu Jahr mehr Helfer“, freute sich Schlote. Diese kämen zwar nicht von allein, so Thomas Ziegler vom Sportverein, „aber wenn man die Leute hier anspricht, dann sagt keiner Nein.“ Mit im Einsatz waren auch die jüngsten Mitglieder der beiden Vereine, die die Besucher unermüdlich mit Brezeln versorgten.

Vielfältig war auch das Speisenangebot: so gab es beispielsweise an einem Stand Spießbratenbrötchen und geräucherte Forelle. Besonders bewacht wurde die Sackkarre. „Letztes Jahr verschwand die Sackkarre und tauchte bis heute nicht auf“, so Schlote. „Wir mussten dann feststellen, dass die 250 Euro kostet“, ergänzte Ziegler. Auf eine musikalisch Untermalung für das Wallfest habe man bewusst verzichtet, so Ziegler. „Die Leute sind hier um sich zu unterhalten“, so Ziegler, „das macht das Wallfest aus.“ Zeit hatten die Gäste hierfür bis 1:59 Uhr, denn dann endete der Getränkeverkauf. Bis dahin und auch noch eine Weile darüber hinaus nahmen die Besucher die Möglichkeit zum Gespräch wahr. „Wir sehen das Ganze auch als ein Fest zur Integration der Zugezogenen“, so Schlote. Dass sowohl Ziegler als Vorsitzender des größten Schweinsberger Vereins wie auch er selbst als Vorsitzender des zweitgrößten Vereins Zugezogene seien, zeige, dass diese Integration funktioniere.

Darüber hinaus kommen zahlreiche ehemalige Schweinsberger gerne für das Wallfest zurück in ihre alte Heimat. Darunter auch Dauergast Wilhelm Mann, der 1969 nach Erfurtshausen zog, wo er seit 37 Jahren Hausmeister des Bürgerhauses ist. „Es zieht mich immer wieder hierher“, so Mann, der seit seinem Wegzug kein Wallfest verpasst hat: „Hier kann man seine alten Freunde treffen und die gediegene Atmosphäre ist einzigartig“, so Mann.In der Tat - spätestens wenn die Fackeln an der Burgmauer entzündet werden und ihr warmes, flackerndes Licht durch die Sommernacht werfen und die unzähligen Gespräche an den Tischen sich wie das geschäftige Summen eines Bienenschwarms über das Festgelände ausbreiten, dann stellt sich eine Stimmung ein, wie sie nur beim Wallfest zu verspüren ist.

von Kai Erdel

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