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Experte krempelt Festival-Konzept komplett um

Musik und Unterhaltung Experte krempelt Festival-Konzept komplett um

Weil die Stadt Neustadt nicht ausreichend Künstler für ihr geplantes ­Festival fand, hat sie sich in Peter Renner und ­Marcella Renner-Seliger zwei Fachleute als Berater an die Seite geholt. Es fängt damit an, dass am 6. Oktober Künstler auf dem Rathausplatz auf einer und nicht auf zwei (im Bürgerpark stehenden) Bühnen ihr Können präsentieren werden.

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Balanceakt auf dem Hochseil: Im Oktober gibt es wieder einen Mitmach-Zirkus in Neustadt.

Quelle: Archiv

Neustadt. „Er hat das von mir angedachte Konzept verändert, aber auch einiges übernommen“, berichtet Bürgermeister Thomas Groll über ein Treffen mit Peter Renner und gibt dann zu, dass sein Gast aus der Nähe von Dresden den Entwurf eigentlich komplett umgekrempelt hat – was aber auch keine Schande ist, denn Renner kennt sich mit Kleinkunst aus, wie kaum ein Zweiter und ist schlicht und ergreifend Fachmann.

Am 6. Oktober werden Künstler auf dem Rathausplatz auf einer und nicht auf zwei (im Bürgerpark stehenden) Bühnen ihr Können präsentieren werden: „Man hätte zwei Jurys benötigt, die Gäste hätten hin- und herlaufen müssen und die Veranstaltung wäre von der Logistik viel komplizierter geworden – das wäre nicht sinnvoll“, weiß der Bürgermeister nun. Vor allem ist Renner, der das Festival auch moderieren wird, aber auch im Kontakt mit Künstlern eine große Hilfe.

Eigentlich hatte die Stadt zwischen Kassel und Marburg Künstler für ihr Festival mit dem Namen „Goldener Biber“ finden wollen. „In diesem Bereich gibt es aber zu wenig Abwechslung bei den Darbietungen, um ein Festival zu füllen“, berichtet Groll. Noch dazu sei es schwierig mit Terminfindung, Unterkünften und vielem mehr gewesen.

Und so nahm er Kontakt zu Peter Renner und Marcella Renner-Seliger auf. Die beiden leiten den Verein „Coswig Artist“,  in dem in den vergangenen 40 Jahren mehr als 1 000 Kinder und Jugendliche das Einmaleins der Artistik erlernt haben. Zudem war Peter Renner unter anderem im Friedrichspalast in Berlin tätig und hob den Preis „Goldene Henne“ aus der Taufe.

Zwei Showblöcke mit je fünf Künstlern

Das Ehepaar erklärte sich bereit, an der Organisation und Umsetzung mitzuwirken und es dauerte nicht lange, bis die Stadt sich über eine Vollzugsmeldung freuen durfte. Es steht inzwischen fest, dass zehn junge Artisten in Neustadt ihr Können zeigen werden. Zu ihrem Repertoire gehören beispielsweise Stuhlbalance, Jonglage oder Kraft- und Perchakrobatik.

Es soll zwei Showblöcke geben, in denen je fünf Künstler auftreten. Im Rahmenprogramm werden ein Saxofonist und eine Dixieland-Kapelle aufspielen. Eine noch zu bildende Jury bekommt den Auftrag, die besten drei Nummern anhand einer Bewertungsskala auszuwählen, während die Zuschauer ebenfalls Mitspracherecht haben und den Publikumspreis vergeben.

Im Vorfeld des Kleinkunstfestivals findet vom 1. bis 5. Oktober wie schon im vergangenen Jahr ein Mitmach-Zirkus für Kinder mit dem Titel „Mangegentraum“ statt – eine Ferienspielaktion für Jungen und Mädchen, die sich einmal als Artisten versuchen wollen.

Der „Goldene Biber“ endet am 6. Oktober mit einer Neustädter Band-Nacht, die ab 20 Uhr im Zirkuszelt stattfindet. Das Kleinkunstfestival ist Höhepunkt der „Festtage“, die die Stadt Neustadt als einer der Sieger der Innenstadt-Offensive „Ab in die Mitte“ ausrichtet.

„Wir müssen sehen, wie es bei den Gästen ankommt. Dabei stellt sich natürlich erst mal die Frage, ob Kleinkunst interessant für die Menschen in der Region ist und ob es Resonanz gibt“, sagt Groll. Sei dies der Fall, wäre es ihm eine Herzensangelegenheit, alljährlich eine „Veranstaltung mit Wettbewerbscharakter“ auf die Beine zu stellen.

von Florian Lerchbacher

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