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Zorn wechselt an die Spitze der Truppe

Division Schnelle Kräfte Zorn wechselt an die Spitze der Truppe

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gab wichtige 
Personalentscheidungen 
bekannt. Darunter ist 
eine, die in Stadtallendorf besonders freudig 
aufgenommen wurde.

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Eberhard Zorn war 2014 und 2015 Divisionskommandeur. Das Archivbild zeigt ihn beim OP-Interview, damals noch im Rang eines Generalmajors.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Die Nachricht kam nicht mehr ganz so überraschend. Schon vor einer Woche hatte es Medienberichte gegeben, dass Generalleutnant Eberhard Zorn zum Generalinspekteur ernannt werden wird. Als solcher ist er Nachfolger von General Volker Wieker. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums tritt Zorn seine neue Aufgabe zum 1. Mai an. Wiekers Amtszeit als Generalinspekteur war zweimal verlängert worden. Er ist damit dienstältester Generalinspekteur der Bundeswehr überhaupt. Wieker trat seine Aufgabe im August 2010 an.

In Stadtallendorf ist sein Nachfolger Eberhard Zorn als Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (DSK) bekanntgeworden. Zorn hatte diese Aufgabe zwar nur knapp anderthalb Jahre inne. In seine Zeit als Divisionskommandeur fiel unter anderem der kurzfristige Bau des Zeltcamps für Flüchtlinge, direkt neben der Bundeswehr-Sporthalle in der Artilleriestraße.

An dieser Stelle zeigte sich eine Stärke Zorns, die Kommunikation: Er gilt in Bundeswehrkreisen als „kommunikationsstark“. Aber auch als jemand, der sich selbst Eindrücke vor Ort verschafft und dann Entscheidungen trifft. „Ich möchte nicht nur Powerpoint-Präsentationen sehen, sondern mir vor Ort anschauen, wo der Schuh drückt“, merkte Zorn in einem OP-Gespräch im Jahr 2015 einmal an.

Somogyi hat schon gratuliert

Als das Zeltcamp für Flüchtlinge entstand war Zorn dort immer wieder zu sehen, trotz des randvollen eigenen Terminkalenders. „Wir kümmern uns“, hatte er als Devise ausgegeben. Rotes Kreuz, Feuerwehrleute und Bundeswehr arbeiteten seinerzeit sehr eng und professionell zusammen. Dann übernahm das Land das Camp in eigener Verantwortung. Zorns Zeit als Kommandeur der DSK fiel vergleichsweise kurz aus. Er wechselte zurück in das Verteidigungsministerium, wo er zunächst Abteilungsleiter Führung Streitkräfte wurde. Zuletzt war Zorn Leiter der Personalabteilung im Verteidigungsministerium.

„Ich habe ihm gratuliert, ich freue mich sehr für Eberhard Zorn“, erklärte Bürgermeister Christian Somogyi. Der Aufstieg zum Generalinspekteur sei „eine tolle Karriere für einen Ex-Stadtallendorfer“.

In einer Mitteilung des Ministeriums würdigte Ministerin Ursula von der Leyen auch seine Zeit in Stadtallendorf besonders. Sie hob die Integration der niederländischen 11. Luchtmobielen Brigade in die Division hervor. Als Zorn seinerzeit Stadtallendorf verließ, machte er im OP-Interview deutlich, wie gut es ihm an diesem traditionsreichen Standort gefallen hatte.

Ein Fan
 des Stadtlaufes

Der künftige Generalinspekteur der Bundeswehr war auch nach seiner Zeit als Divisionskommandeur noch mit Stadtallendorf verbunden. Unter anderem beim Stadtlauf 2016 im Rahmen des Heimat- und Soldatenfestes als der Saarländer in aller Herrgottsfrühe daheim losfuhr, um fünf Kilometer zu laufen – und beim Fest dabei zu sein. Im vergangenen Jahr verhinderte lediglich ein Kuraufenthalt seine erneute Teilnahme.

Mit der Ernennung von Eberhard Zorn zum Generalinspekteur verkündete Ministerin von der Leyen weitere wichtige Personalia im Verteidigungsministerium. Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder verlässt das Ministerium, ihr soll Generalleutnant Benedikt Zimmer folgen und sich künftig um den Beschaffungsdschungel der Bundeswehr kümmern. Auch die Luftwaffe, der Sanitätsdienst und das Beschaffungsamt bekommen eine neue Führung.

Mit Generalleutnant Jörg Vollmer als Inspekteur des Heeres hat ein weiterer früherer Divisionskommandeur und Kenner des Standorts Stadtallendorf eine Führungsposition bei der Bundeswehr inne.

von Michael Rinde 
und unserer Agentur

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