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Ostkreis „Es rechnet sich, es funktioniert“
Landkreis Ostkreis „Es rechnet sich, es funktioniert“
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17:19 13.12.2013
Der Plan zeigt die Ausdehnung des Nahwärmenetzes. 12 Interessenten konnten nicht berücksichtigt werden. Repro: Waldhüter
Mardorf

„Nach einem optimistischen Beginn mit über 200 Anschlusswilligen folgte eine Zeit der leichten Ernüchterung. Wir sind jetzt in der glücklichen Situation, dass wir sagen können, es funktioniert, es rechnet sich, es ist kleiner, aber kleiner ist ja bekanntlich feiner“, erklärte Dr. Bernhard Traulich vom Vorstand der Nahwärme­initiative vor rund 80 Genossenschaftsmitgliedern.

Damit steht nach der Gründung der Genossenschaft, den Bestandsaufnahmen im November und den Planungsarbeiten für den Baubeginn des Wärmenetzes im März 2014 nun der nächste wichtige Meilenstein auf dem Weg zum Bioenergiedorf an.

Nahwärmenetz wird5,8 Kilometer lang

Im Verlauf des Abends stellte Planer Oliver Berghamer, von der EnergieAgentur Berghamer und Penzkofer die neue Machbarkeitsstudie mit den wirtschaftlichen Eckdaten vor. In seinen Planungen war Berghamer von 103 Hausanschlüssen ausgegangen. Im Verlauf des Abends erhöhte sich die Zahl noch auf 106. Am Ende blieb sein Fazit und seine Empfehlung entsprechend der ersten Machbarkeitsstudie unverändert: „Das Bioenergiedorf kann für die Bürger und die Genossenschaft umgesetzt werden“.

Laut Berghamer weist das geplante Wärmenetz nun nicht mehr, wie in den ersten Planungen, eine Länge von rund 10 Kilometern auf, sondern ist jetzt 5,8 Kilometer lang und wird durch folgende Straßen führen: Kleiner Roßdorfer Weg, Am Breitenstein, Am Gansacker, Am Hirtenrain, Dorfgraben (zum Teil), Gartenweg, Hardtweg (zum Teil), Hinter dem Wehr, Kapellenweg, Kellmarkstraße, Ketzerbach (zum Teil), Kindergartenstraße, Kirchhainer Str., Ledergasse, Lindenweg (zum Teil), Marburger Straße, Neue Gasse, Raiffeisenstraße, Steingarten (zum Teil), Teichgartenweg, Waldblick, Zu den Hobern und Zur Ecke.

Versorgt wird das Wärmenetz zu 81 Prozent durch die Abwärme der Biogasanlage. In Spitzenlastzeiten, an besonders kalten Tagen, sollen 16 Prozent der benötigten Wärme durch die geplante Holzfeuerungsanlage und 3 Prozent durch die mit Heizöl betriebene Redundanzkesselanlage beigesteuert werden. Berghamer beziffert die Netto-Investitionssumme, inklusiver Planungsreserven, mit 3,13 Millionen Euro. Bei einem Genossenschaftsanteil von 620000 Euro (103 mal 6000 Euro), kommen 792000 Euro direkte Zuschüsse vom Bund (BAFA und KfW) und Land hinzu, die nach Mardorf fließen. Der Betrag, der durch die Genossenschaft finanziert werden muss, liegt demnach bei 1,72 Millionen Euro.

Der aktuell kalkulierte Brutto-Arbeitspreis für die fertige Nutzwärme bleibt bei 9,64 Cent pro Kilowattstunde. Die geplante Energiezentrale der Genossenschaft mit Biomasse-Heizwerk und Pufferspeicher soll auf einem gepachteten Gelände an der Biogasanlage errichtet werden. Dazu wird die Genossenschaft das Gelände zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude der Biogasanlage und einer Halle pachten. Etwa ein Drittel der Lagerhalle will die Genossenschaft mieten und als Lagerhalle mitnutzen. Rechtzeitig mit Beginn der Heizperiode Ende September 2014 soll die Wärme durch die Rohre fließen und über 100 Gebäude günstig mit Wärme aus erneuerbarer Energie versorgen.

Initiative bietetumfassende Beratung

Für Fragen stellt die Wärmeinitiative ihren Genossenschaftsmitgliedern fachkundige Berater beiseite. Für alle baulichen Fragen steht Karl-Heinz Kräling bereit, Fragen zur Finanzierung können mit Lothar Grün geklärt werden und zum Thema Haustechnik und Heizung geben Bernhard Dörr und Stefan Schick fachkundige Auskunft. Weiter informiert unter www.nahwaerme-mardorf.de eine neue Internetseite. Fragen können auch weiterhin montags ab 20 Uhr im Gemeenshaus geklärt werden.

„Wenden Sie sich vertrauensvoll an die NIM“, fordert Traulich die Zuhörer auf. Er berichtete von der engen Zusammenarbeit der Bioenergiedörfer im Landkreis und den Plänen eines zentralen Ersatzteillagers. Zudem wies er darauf hin, bestehende bleihaltige Trinkwasserleitungen mit zu erneuern. Nur wenige Fragen hatten die Besucher. Dabei ging es um mögliche Havarien, Planungssicherheit und Hilfe bei Problemen in den eigenen vier Wänden.von Karin Waldhüter

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