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Ostkreis Es gibt keinen Bedarf für Büchereibus
Landkreis Ostkreis Es gibt keinen Bedarf für Büchereibus
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18:50 17.08.2012
Wo sich Bücherwürmer in Kirchhain künftig ihren Lesestoff ausleihen können, ist noch offen. Möglicherweise bleibt die Stadtbücherei nun doch im Bürgerhaus der Kernstadt. Foto: Matthias Mayer
Kirchhain

Das Stadtoberhaupt bezeichnete den Verbleib der Bücherei in der angestammten Umgebung vor dem Kirchhainer Ausschuss für Umwelt und Soziales als eine von drei möglichen Optionen. Ursprünglich sollte die Bücherei aus dem vor Umbau und einer teilweisen Umnutzung stehenden Bürgerhauses aus Platzgründen weichen. Da der Investor, der in einem Teil des Gebäudes seniorengerechte Wohnungen bauen wolle, im Erdgeschoss weniger Platz benötige, bestehe die Chance auf den Verbleib der Bücherei am alten Standort, erklärte Kirchner.

Zweite Option bleibe die von der Stadt zuletzt favorisierte Zusammenlegung der Stadtbücherei mit der Schulbücherei der Alfred-Wegener-Schule. Dazu habe es positive Signale vom Landkreis als Schulträger und von der Schulleitung gegeben, berichtete Kirchner. Derzeit werde die technische Umsetzbarkeit überprüft. Außerdem sei für den Magistrat eine Unterbringung der Bücherei im Bahnhofsgebäude vorstellbar. Dies sei allerdings von der Bereitschaft des neuen Eigentümers abhängig, geeignete Räume zu einem akzeptablen Preis zu vermieten, schränkte der Bürgermeister ein. Sicher sei, dass es für die Bücherei für die Zeit der Bauphase im Bürgerhaus und im Bahnhofsgebäude zumindest eine Interimslösung für die Bücherei geben müsse, erklärte Kirchner.

Die wiederum spräche für den Standort Alfred-Wegener-Schule, den die Stadtverordnete Dorothea Schmidt (Bündnis 90/ Die Grünen) nach einem Ortstermin als ungeeignet bezeichnet. Die Schulbücherei sei zu klein, um die 12000 Bände der Stadtbücherei zusätzlich aufzunehmen. Die benachbarten Räume würden durchweg anderweitig genutzt. Zudem sei der Bücherei-Raum wegen einer Zwischentreppe nicht barrierefrei. Mit bis zu 60 Schülerinnen und Schülern in den Pausen sei der Raum jetzt schon überfüllt, erklärte Dorothea Schmidt.

Gesucht wird eineInterimslösung

Reinhard Heck (Die Linke) gab den Wunsch älterer Bürger weiter, die Bücherei möglichst im Stadtzentrum zu belassen.

Ausführlich befasste sich der unter Vorsitz von Helga Sitt (Bündnis 90/ Die Grünen) tagende Ausschuss mit Hecks Initiative, für die flächendeckende Versorgung in den Stadtteilen einen Büchereibus anzuschaffen. Dazu stellte Hauptamtsleiter Dirk Lossin eine umfangreiche Befragung der Ortsbeiräte vor. Von diesen unterstützte allein der Ortsbeirat Kleinseelheim Hecks Idee von einem mobilen Ausleihsystem. In Kleinseelheim gibt es keine Stadtteil-Bücherei.

Der Ortsbeirat Anzefahr bat die Stadt Kirchhain darum, in Gesprächen mit der Kirchengemeinde auf eine Zusammenlegung der Stadtteilbücherei mit der kircheneigenen Bibliothek hinzuwirken. Die Ortsbeiräte aus Großseelheim, Betziesdorf und Langenstein berichteten von gut funktionierenden, vom Ehrenamt getragenen und erhaltenswerten Stadtteil-Büchereien in ihren Orten. Aus Sindersfeld kam die Anregung, eine zum Bücherregal umgebaute Telefonzelle als Bücherausleih- und Tauschstation einzurichten.

Reinhard Heck mahnte die Vorlage des am 31. Januar vom Umwelt- und Sozialausschuss beschlossenen neuen Gesamtkonzepts für die städtischen Büchereien an und fragte nach den Ersatzkäufen für die durch Feuchtigkeitsschäden zerstörten Bücher an. Beides könne derzeit nicht auf der Tagesordnung stehen. Oberste Priorität genieße die Lösung der Frage, wo die Kernstadt-Bücherei in vier Monaten untergebracht werden könne, sagte Kirchner.

n Die Umgestaltung und energetische Sanierung des Kirchhainer Bürgerhauses ist Schwerpunkt-Thema des Kirchhainer Bau- und Planungsausschusses, der am Montag, 20. August, ab 19 Uhr in öffentlicher Sitzung im Turmzimmer des Bürgerhauses tagt.

von Matthias Mayer

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