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Ostkreis Erzbischof Schick eröffnet Magdalenen-Oktav
Landkreis Ostkreis Erzbischof Schick eröffnet Magdalenen-Oktav
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00:17 27.07.2018
Der aus Mardorf stammende Bamberger Erzbischof Prof. Ludwig Schick (4.v.r.) eröffnete am Sonntagabend vor 600 Gläubigen die Jubiläums-Magdalenen-Oktav. Als Konzelebranten wirkten mit Pater Lucian (von rechts), Pater Lepko, Diakon Dr. Paul Lang, Pfarrer Marcus Vogler, Diakon Gerhard Jungmann (dahinter versteckt) und Pfarrer Andreas Schött. Quelle: Karin Waldhüter
Amöneburg

Unterhalb der heutigen Lindaukapelle, am Fuße der Amöneburg, lag bis ins 14. Jahrhundert das Dorf Lindau. Schon die erste Kapelle war der Heiligen Maria Magdalena geweiht. Die ursprüngliche Kapelle wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört und war seitdem eine Ruine. Dennoch gab es weiterhin Prozessionen zur Magdalenenkapelle, deren Altartisch erhalten war. Vor 150 Jahren trat an die Stelle der Ruine die heute Kapelle, die im Juni 1868 geweiht wurde. Seither besteht die ununterbrochene Tradition der Magdalenen-Oktav.

Gabi Goldin verteilt Andachtsbildchen. Foto: Karin Waldhüter

Amöneburgs Stadtpfarrer Marcus Vogler hieß die Gläubigen zur Eröffnung der Jubiläums-Magdalenen-Oktav und insbesondere den aus Mardorf stammenden Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in seiner Oberhessischen Heimat willkommen. Als Konzelebranten wirkten Pater Lucian, Pater Lepko, Pfarrer Andreas Schött und die beiden Diakone Gerhard Jungmann und Dr. Paul Lang mit.

Er freue sich, die Lindau-Oktav im Jubiläumsjahr eröffnen zu können, erklärte Erzbischof Ludwig Schick vor rund 600 Gläubigen. Es sei eine gute und segensreiche Tradition, dass die Oktav, die den Glauben stärke und die Hoffnung entzünde, hier gefeiert werde, betonte Schick.

Der festliche Gottesdienst, der begleitet wurde von der Schola der Stiftskirche und dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf, stand ganz im Zeichen des Lebens und Wirkens der Heiligen Maria Magdalena. Die Patronin der Kapelle, deren Gedenktag am 22. Juli gefeiert wird, trägt den Ehrentitel „Apostolin der Apostel“. Sie gehörte zum engsten Jüngerkreis und war erste Zeugin der Auferstehung. Die Begegnung mit Jesu veränderte ihr Leben, das sie künftig ganz auf Christus richtete. Als Büßerin folgte sie dem Aufruf zur Umkehr.

In seiner Predigt rief der aus Mardorf stammende Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick dazu auf, die Erfahrungen Maria Magdalenas als Botschaft mit auf den Weg zu nehmen. „Folgen wir ihr nach, dann erfahren wir, Gott lebt!“, so der Bischof. „In Jesus Christus, im Glauben an ihn, haben wir einen Hirten, der unser Leben lenkt und es zur Fülle führt. Das soll an der Lenna immer wieder bewusst gemacht werden und geschehen, dafür ist sie da, dafür wurde sie gebaut“, so der Bischof, der sich zu Beginn seiner Predigt ganz heimatverbunden zeigte und die Besucher in Mardorfer Platt begrüßte.

Heute Fahrzeug-Segnung

„Halten wir die Oktav zum 150-jährigen Bestehen und erhalten wir die Lindaukapelle und die Oktav“, rief er den Gläubigen zu. „Für die, die sie kennen, ist die Lenna ein heiliger Ort, für viele ein Ort der Ruhe, des Trostes, der Vergebung und des Vertrauens, ein Lieblingsort“, erklärte er und erinnerte in persönlichen Worten an die Bedeutung der Lindaukapelle in seiner Kinder-, Jugend- und Schulzeit in der Stiftsschule.

Um bei einem solchen Großereignis die Verkehrssituation zu entschärfen, standen in diesem Jahr erstmals vier Wiesen als Parkplätze bereit. Neu in diesem Jahr ist auch die Bestuhlung in der Lindaukapelle: Die alten Bänke wurden ausgetauscht.

Diakon Dr. Paul Lang, Vorsitzender des „Lindau-Ausschusses“, sprach den Landwirten und den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr, die den Parkplatzdienst übernommen hatten, großes Lob aus, freute sich über ihr Engagement und überreichte an Erzbischof Schick eine grüne Stofftasche mit einem Bild der „Lenna“, einen Lindaukalender und ein Andachtsbild mit dem Bild der Heiligen Maria Magdalena, welches das zentrale Fenster der Kapelle schmückt, und im Anschluss an den Gottesdienst zur Erinnerung an alle Gläubigen verteilt wurde.

Lang bedauerte, dass die ­Jubiläumsfahne nicht rechtzeitig angekommen sei. Dem festlichen Gottesdienst schloss sich ein geselliges Beisammensein an.

Während der achttägigen Oktav besteht für Besucher die Gelegenheit, am Stand des Fördervereins der Stiftskirche Devotionalien, Lindaukalender, Stofftasche oder selbstgemachte Schnäpse und Liköre zu kaufen. Wie die Kollekte kommt der Erlös dem Erhalt der Kapelle zugute.

Am Ende des Gottesdienstes am heutigen Dienstag, dem Gedenktag des Heiligen Christophorus, werden während der Lindau-Oktav Fahrzeuge gesegnet. Das ist gute Tradition am Tag dieses Heiligen, wird er doch als Patron insbesondere der Autofahrer verehrt.

von Karin Waldhüter