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Ostkreis Erste Wärme strömt noch dieses Jahr
Landkreis Ostkreis Erste Wärme strömt noch dieses Jahr
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18:58 22.03.2012
Die Biogasanlage der Familie Trier wird die Wärme für das Erksdorfer Netz liefern. Archiv foto: Matthias Mayer
Erksdorf

Ortsvorsteher Helmut Schütz freut sich: Ende 2013 kommen aus den Schornsteinen von mindestens 100 Häusern kein Rauch von Ölheizungen mehr. Seit Ende Januar leistet ein Arbeitskreis von 15 Erksdorfern die Vorarbeit für die Gründung einer Genossenschaft Nahwärmenetz.. In rkeordverdächtiger Zeit hat der Arbeitskreis ganze Arbeit geleiset: 120 Erksdorfer interessieren sich für die Mitgliedschaft, die technischen Vorplanungen sind beinahe abgeschlossen und die Formalien für die Genossenschaftsgründung abgearbeitet. Ein versiertes Ingenieurbüro mit großer Erfahrung, ein Experte für Genossenschaftsgründungen und eine Bank unterstützen den Arbeitskreis. Die Wärme kommt aus der Biogasanlage der Familie Trier. Bisher ist sie ungenutzt. Die Familie gibt die Wärme kostenfrei an die Genossenschaft ab. "Wir kommen damit beim Wärmepreis sehr gut hin", sagt Diplom-Ingenieurin Sabine Brathge, die Arbeitskreissprecherin, selbstbewusst. Der Gesamt-Wärmepreis, den die angeschlossenen Haushalte zahlen werden, steht fest: Er liegt bei 9,5 Cent je Kilowattstunde. In ihm ist auch ein finanzielles Polster einkalkuliert und Geld für Zusatzheizung, die in bis zu vier Wintermonaten unvermeidlich sein wird. Kleinere Preisschwankungen sind in den nächsten Jahren natürlich nicht ganz auszuschließen, nach unten wie nach oben.

Neben der Wärme aus der Biogasanlage ist eine Holzhackschnitzel-Heizung geplant. Sie entsteht nördlich der Biogasanlage. Außerdem braucht es eine Ölheizung, die in Notfällen sofort bereitsteht und zu Spitzenzeiten gebraucht werden könnte. Jeder, der sich an der Genossenschaft beteiligt, muss eine Einlage von 5000 Euro erbringen. "Unser Ziel ist es, das Netz innerhalb von 15 Jahren abzubezahlen", erläutert Sabine Brathge.

Die Genossenschaft finanziert dabei nicht nur das rund fünf Kilometer lange Nahwärmenetz durch Teile des Orts. Sie zahlt auch den Einbau der Übernahmestation in jedem Haus. Damit das vernünftig geplant werden kann, sind Hausbesuche mit Experten bei den einzelnen Genossenschaftsmitgliedern geplant.

Brathge und Schütz sind sich sicher, dass die Interessenten bereits am Gründungsabend auch unterschreiben. Bis zum Baubeginn besteht noch die Möglichkeit, auf den anrollenden Zug aufzuspringen. "Wer sich später für einen Anschluss entscheidet, dürfte weitaus höherer Kosten haben", gibt Ortsvorsteher Schütz einen wichtigen Hinweis. Denn dann wird es keine Förderung mehr geben. Es ist dann auch nicht mehr sicher, ob ein Anschluss noch möglich sein wird.

Wenn alles verläuft wie geplant soll der Bau des Nahwärmenetzes noch in diesem Jahr beginnen. Die ersten Häuser könnten bereits am Jahresende angeschlossen werden.

Der Arbeitskreis hat dabei "das Rad nicht neu erfunden". Es gab Gespräche mit den Josbacher und Oberrospher Nahwärmetz-Genossenschaften, wofür Arbeitskreis-Sprecherin Brathge sehr dankbar ist. Das Ingenieurbüro, das für die Erksdorfer arbeitet, hat auch beispielsweise das Netz in Oberrosphe betreut.

Wie viel Geld am Ende für das Erksdorfer Netz benötigt wird, ist noch nicht ganz klar. Die letztliche Investitionssumme wird erst nächste Woche klar sein, wenn die letzten Planungen beendet sind. Die Satzung der künftigen Genossenschaft will der Arbeitskreis ebenfalls nächste Woche ins Internet stellen. Außerdem werden Exemplare bei Ortsvorsteher Schütz bereitliegen.

Die Erksdorfer hoffen jetzt sehr auf eine Unterstützung durch die Stadt Stadtallendorf. Von dort habe es schon erste, sehr positive Signale gegeben, sagt Schütz. Unter anderem wünscht sich der Arbeitskreis, dass die Stadt eine Bürgschaft für das Bankdarlehen übernimmt. In der nächsten Woche gibt es ein intensives Gespräch mit Bürgermeister Christian Somogyi (SPD).

n Die Gründungsversammlung der Genossenschaft findet am Freitag, 30. März, ab 19 Uhr bei Rainer Linker statt.

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