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Ostkreis Ernste Töne und heitere Momente
Landkreis Ostkreis Ernste Töne und heitere Momente
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14:55 16.01.2018
Zum Empfang gehörte am Samstagvormittag auch das Prinzenlied. Quelle: Karin Waldhüter
Stadtallendorf

Am Samstagvormittag gab es ein Novum in der Stadthalle. Erstmals richtete das Festkomitee Carneval in den katholischen Kirchengemeinden (FCKK) und die Stadt Stadtallendorf den Neujahrsempfang gemeinsam aus. Nachdenklich stimmende Töne wechselten sich während drei kurzweiligen Stunden mit humorvollen Einlagen, musikalischen Beiträgen, Tänzen, Ordensverleihungen und Grußworten ab.

Der Auftakt erfolgte nach alter karnevalistischer Tradition. Begleitet von der Prinzengarde waren Prinzessin Christina I. und Prinz Christoph I. gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar Clara I. und Rubén I. und dem gesamten Festkomitee eingezogen.

Feiern und auch Gutes tun

Cornelia Prill, Vorsitzende des FCKK freute sich über die vielen angereisten befreundeten Karnevalsvereine. Das Sitzungspräsidentenpaar Christel Rohm-Naumann und ihr Mann Norbert Naumann führten souverän durch das vom Musikerduo „Tanja und René“ umrahmte Programm. Bei der Inthronisierung hatte das Prinzenpaar versprochen nicht nur zu feiern, sondern auch Gutes zu tun.

Seither sammeln Christina Bözius und ihr Lebenspartner Christoph Grimmel Spenden für die Jose-Carrera-Stiftung. Bisher seien rund 2 000 Euro zusammengekommen, verkündete das Paar. Und der „Gleer Jung“ machte das, was er gut kann, nämlich die Menschen in der Bütt zum Lachen zu bringen.

„Jetzt wisst ihr, warum das unser Prinz ist“, kommentierte Christel Rohm-Naumann. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) sprach dem Prinzenpaar Respekt aus und erklärte sie zu würdigen Botschaftern der Stadt. Trotzdem könne er ihnen keine Sonderbehandlung bei der Rathauserstürmung zukommen lassen.

Das Rathaus erarbeiten

Die beiden müssten sich das Rathaus erarbeiten. „Zwei Tage vorher muss der Prinz den Schlüssel abgeben“, rief der Rathauschef in Richtung seines Mitarbeiters. „Zu spät, die Schlüssel sind längst nachgemacht“, konterte Norbert Naumann.

Fester Bestandteil des Empfangs ist die Neujahrsansprache des Zweiten Vorsitzenden, Friedhelm Kremer. Er blickte auf Ereignisse aus dem vergangenen Jahr zurück, das geprägt von Terrorismus, Vertreibung, Hunger, Kriegen, Klimawandel, Populismus, Hass und Rechtsextremismus „global gesehen kein gutes Jahr war“.

Die Herausforderungen für die Stadt skizzierte der Bürgermeister. Aufgrund der dynamischen Entwicklung werde die Stadt auch künftig einen hohen Zuspruch bei jungen Menschen verzeichnen können. „Stadtallendorf wird weiterhin wachsen“, prognostizierte Somogyi.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow versprach seine Rede so kurz und lecker zu halten wie der mitgebrachte Schokoriegel in seiner Hand. „Wir sollten stolz sein, dass wir die Freiheit haben Karneval zu feiern“, erklärte er und wünschte für das neue Jahr „Leistung, Lachen und Leidenschaft“.

Büttenrede als Sondierungsgespräche

Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub lobte die Kooperation zwischen Stadt und FCKK, auch deshalb, weil die Stadt keinen eigenen Neujahrsempfang ausrichte. Detlef Ruffert als Kreistagsvorsitzender gestaltete seine Ansprache in Anlehnung an die Berliner-Sondierungsgespräche als humorvolle Büttenrede.

Es fehlte auch nicht an Show und Unterhaltung. Als süße Füchse und Rehe und mit Zeremonienmeister Helmut Weitzel als Jäger, zeigten die „Sun­shinekids“ einen gelungenen Auftritt. Mit roten Lackschuhen begeisterte das Trompetenduo „Norbert und Edgar“ bereits zum neunten Mal.

Zum dritten Mal überzeugte Elias Theis virtuos am Klavier. Für tänzerische Höhepunkte sorgten die Prinzengarde und Supertalent Matti Pau. Ein weiteres musikalisches Glanzlicht setzte „Glee Vocal“. Zum Programmabschluss sorgte Prinz Christoph I. mit dem diesjährigen Kampagne-Lied „Prinz dieser Stadt“, das er mit Pagin Tanja Pietsch aufgenommen hat, für einen stimmungsvollen Höhepunkt.

von Karin Waldhüter