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Erksdorfer haben jetzt "finanziell den Rücken frei"

Nahwärme-Genossenschaft Erksdorfer haben jetzt "finanziell den Rücken frei"

Stadtallendorfs Stadtverordnete haben ein Zeichen gesetzt und eine Bürgschaft für das Nahwärmenetz in Erksdorf übernommen. In wenigen Wochen ist Baubeginn.

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Im März leisteten die ersten Genossenschaftsmitglieder ihre Unterschriften. Archivfoto: Klaus Böttcher

Erksdorf. Die Stadtallendorfer Stadtverordneten hatten bei ihrer jüngsten Sitzung über die Übernahme einer Bürgschaft in Höhe von 1,245 Milllionen Euro für die Nahwärmenetz eG zu entscheiden. In einer leidenschaftlichen Rede forderte die CDU-Abgeordnete Ilona Schaub dazu auf, der Bürgschaftsübernahme zuzustimmen.

Sie sprach von der Gründungsversammlung der Genossenschaft am 30. März dieses Jahres: „Ich war dabei und konnte etwas von dem Pioniergeist und der Aufbruchstimmung miterleben“, sagte die Erksdorferin und stellte heraus: „An diesem Abend erklärten bereits 71 Erksdorfer verbindlich ihren Beitritt.“ Aktuell seien es schon 113 Haushalte und mit den Anschlüssen der Gebäude von Stadt und Kreis seien es 122 Anschlüsse. Das Ziel seien allerdings 200 Anschlüsse.

Schaub erläuterte nochmals die Zahlen des Projekts (die OP berichtete) und sprach bei der Bürgschaft von einem überschaubaren Risiko.

Die zunächst geplanten Verbraucherkosten nannte Ilona Schaub mit einem monatlichen Grundpreis von 15 Euro und 8,9 Cent pro Kilowattstunde. Der geschätzte Jahresverbrauch einer Durchschnittsfamilie liege bei etwa 24000 Kilowattstunden. Der Bau solle in drei Abschnitten erfolgen und jetzt im Oktober beginnen und in einem Jahr abgeschlossen werden.

Die Fraktionen im Stadtparlament stimmten der Bürgschaft zu. SPD-Fraktionsfraktionsvorsitzender Werner Hesse sprach von einer historischen Entwicklung. „Es ist das erste Mal, dass wir energetische Maßnahmen im Sinne der Energiewende aktiv unterstützen.“ Ähnlich äußerte sich Winand Koch von der FDP. „Die Genossenschaft ist eigentlich Demokratie pur“, betonte er. Hannelore Schneider von Bündnis 90/Die Grünen sprach von einem richtigen Schritt in die richtige Richtung. In ihrer umfangreichen Stellungnahme zeigte sie aber noch viele andere Möglichkeiten der Wärmeversorgung auf.

Die abschließende Abstimmung fiel ebenso wie zuvor im Fachausschuss einstimmig aus. Wie wichtig dieser Beschluss den Erksdorfern ist, zeigte die große Zuschauerzahl bei der Sitzung. Sabine Brathge vom Vorstand der Genossenschaft würdigte im Gespräch mit dieser Zeitung die Haltung der Stadtverordneten. Beim Verlassen des Saals sagte sie: „Jetzt gehen wir ein wenig feiern.“

von Klaus Böttcher

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