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Erksdorfer bekommen Schützenhilfe

Widerstand gegen Windkraftpläne Erksdorfer bekommen Schützenhilfe

Der Stadtallendorfer Stadtteil Erksdorf soll beim Widerstand gegen die Kirchhainer Windrad-Pläne Rückendeckung vom Stadtparlament erhalten, beantragt die CDU-Fraktion.

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Erksdorf ist bereits eng umrahmt von Windkraftanlagen. Foto: FlorianLerchbacher

Erksdorf. Den größten Windkraftanlagen-Park im Kreis hatten die Erksdorfer noch klaglos hingenommen. Darin eingeschlossen sind auch die sieben jüngsten, bis zu 180 Meter hohen Windräder. Doch gegen die Pläne, nun mehr auch an der westlichen Gemarkungsgrenze von Windrädern „eingezäunt“ zu werden, hatte sich schon vor Monaten Widerstand im Ortsbeirat geregt.

Auf Kirchhainer Seite kommt aktuell Bewegung in die Windradplanung (lesen Sie hierzu auch „Windkraft: Arbeiten noch in diesem Jahr“ auf der folgenden Seite). Fünf Anlagen entstehen definitiv in der Gemarkung Langenstein-Emsdorf.

An diesem Donnerstag steht das Thema Windenergie auch auf der Tagesordnung des Stadtallendorfer Stadtparlaments. Die CDU-Fraktion hat einen Antrag formuliert, der im Ursprungstext das „Kind beim Namen nennt“. So soll der Magistrat „alle rechtlichen und politischen Mittel ausschöpfen“, um weitere Windräder auf Kirchhainer Gemeindegebiet, aber nahe an Erksdorfs Westgrenze zu verhindern. Die CDU-Stadtverordnete Ilona Schaub schilderte noch einmal die Ist-Situation in Erksdorf und berichtete von den schon jetzt vorhandenen Beeinträchtigungen durch die Windkraftanlagen auf dem Krückeberg.

In der Bauausschuss-Sitzung am vergangenen Donnerstag ließ sich die CDU auf Wunsch der SPD ohne weitere dazu ermuntern, den Antrag etwas umzuformulieren. Der direkte Hinweis auf die Stadt Kirchhain wird im endgültigen Antragstext fehlen - obwohl weiterhin klar sein wird, um was es geht. Im Antragstext regt die CDU ein Vermittlungsverfahren mit der Stadt Kirchhain unter Einbindung der Ortsbeiräte an. Ziel sei eine einvernehmliche Einigung.

Der Antrag steht auch nicht im Widerspruch zu eigenen Überlegungen der Stadt Stadtallendorf für Windkraft-Anlagen. „Die Windkraftstandorte, an die wir mal konzeptionell gedacht haben, liegen weiter von Erksdorf entfernt“, erläutert der Stadtallendorfer Fachbereichsleiter Klaus Hütten.

Doch wie stünde die Stadt Kirchhain zu einem politisch angestoßenen Vermittlungs- oder Mediationsverfahren? Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) wäre dabei aufgrund der Vertragsbindungen an das Büro Abo Wind zwangsläufig in der Zwickmühle. Dementsprechend fällt seine Antwort aus: „Zielstellung müsste sein, dass es einen Ausgleich dafür gibt, wenn wir Standorte aufgäben“, sagt Kirchner. Nur dann mache ein solches Mediationsverfahren Sinn, ergänzt er und denkt dabei an eine interkommunale Lösung.

Ob es aber überhaupt zu einem solchen Mediationsverfahren kommt, bleibt abzuwarten. Zunächst soll diese Möglichkeit ohnehin nur geprüft werden. Der CDU-Antrag muss zunächst in geänderter Form vom Stadtparlament verabschiedet werden. In der Bauausschuss-Sitzung signalisierten die übrigen Fraktionen bereits ihre Zustimmung.

Ob der Stadt Stadtallendorf theoretisch rechtliche Möglichkeiten blieben, um gegen die Kirchhainer Windkraftpläne zu Felde zu ziehen, bleibt offen. Bisher hat sich in Stadtallendorf noch niemand zu solchen Optionen geäußert. Angesichts der jetzigen planungsrechtlichen Situation dürfte es wohl schwierig werden, die Kirchhainer Planungen noch zu kippen.

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