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Erksdorf hört die Posaunen von Jericho

Gelungenes Konzert Erksdorf hört die Posaunen von Jericho

Das Christenberg Blechbläser-Ensemble begeisterte seine Zuhörer bei einem Konzert in der evangelischen Kirche von Erksdorf, die leider nicht voll besetzt war.

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Das Christenberg Blechbläser-Ensemble – hier drei Trompeter – bot in Erksdorf ein beeindruckendes Konzert-Erlebnis. Foto: Klaus Böttcher

Erksdorf. Allen, die nicht zu dem Konzert gekommen waren, kann man nur sagen, dass sie etwas Wunderbares verpasst haben, sofern sie Anhänger klassischer Blechbläser-Musik sind.

In Tentett-Besetzung begeisterten die Musiker mit vier Trompeten, vier Posaunen sowie einem Horn und einer Tuba. Für einige Stücke setzten sie auch Schlagzeug oder die Kesselpauke ein.

Laut und mächtig gestalteten die Musiker den Konzert-Auftakt mit dem „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel. Das Stück sei mittlerweile ein Paradestück für Blechbläserensembles geworden, obwohl es ursprünglich nicht dafür geschrieben war, erklärte Florian Pohlmann. Er spielte Trompete und wechselte zeitweise zum Flügelhorn. Außerdem brillierte er, wie andere Musiker auch, mit gekonnten Solo-Partien. Mit einer lockeren, teils humorvollen und sympathischen Art führte er durch das Programm. Er erfüllte damit zwei Aufgaben, denn er brachte den Zuhörern die einzelnen Stücke und deren Komponisten näher, verhalf aber gleichzeitig den Bläsern zu kurzen Verschnaufpausen.

Zu den Stücken zählten beispielsweise Christian Sprengers „Lobe den Herren, den mächtigen König“. Bei dieser Choralphantasie mit Kesselpaukenunterstützung konnte man zeitweise meinen es handelt sich um eine Filmmusik.

Mit dem „Battle of Jericho“ ist eine biblische Erzählung verbunden. Der Legende nach bliesen sieben Priester vor Jericho in sieben Posaunen und brachten so die Stadtmauern von Jericho zum Einstürzen. Zum Konzertprogramm zählte unter anderem auch das „Concerto for the Timpani“, mit einem Solo für Kesselpauke, das der eher weniger bekannte Jaromir Weinberger geschrieben hat.

Das Christenberg Blechbläser-Ensemble gibt es seit 1982. Anfangs fanden sich vier junge Leute aus Orten rund um den Christenberg zusammen, um ihre spieltechnischen und musikalischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und anspruchsvolle Musik für Blechbläser aufzuführen. So traten sie in unterschiedlicher Stärke und Besetzung bis 2005 auf.

Vier Jahre später beschlossen einige der ehemaligen Mitglieder, das Ensemble auf Projektbasis weiterzuführen. Das bedeutet: An intensiven Probenwochenenden wird das Repertoire für jährlich zwei Konzertprogramme einstudiert. Christoph Aßmann, ein studierter Musiker, dirigiert das Ensemble. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit honorierten die Besucher in Erksdorf mit rasendem Beifall nach jedem Stück und stehenden Ovationen am Ende, so dass die Blechbläser zwei Zugaben spielten.

von Klaus Böttcher

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