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Entscheidung gefallen, Stadt spart Buskilometer

Nahverkehrsangebot Entscheidung gefallen, Stadt spart Buskilometer

Ab Dezember 2013 fahren die Busse in Stadtallendorf anders. Das Stadtparlament hat sich mit deutlicher Mehrheit für eine Neuorganisation ausgesprochen, um höhere Kosten zu vermeiden.

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In Stadtallendorf fahren ab Ende 2013 die Stadtbusse anders. Archivfoto

Stadtallendorf. Jetzt ist es amtlich. Stadtallendorfs Stadtbusangebot wird umgestellt. Ende nächsten Jahres werden die Buslinien 91 und 92 zu einem Ringverkehr zusammengelegt. Alle Haltestellen in der Kernstadt sollen dabei innerhalb eines 60-Minuten-Taktes erreichbar bleiben. In seiner Sitzung am Freitagabend beschloss das Stadtparlament diese Planungsvariante mit Stimmen von CDU, SPD und FDP bei Enthaltung der Republikaner und einem Nein der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Mehrfach haben die Parlamentarier in diesem Jahr über die Neustrukturierung des Nahverkehrsangebotes in Stadtallendorf beraten. Die Stadt befand sich unter Handlungszwang. Denn der Regionale Nahverkehrsverband erwartet erhebliche Kostensteigerungen nach der Ausschreibung der Busverbindungen im Ostkreis (Linienbündel Nordost genannt). Statt wie derzeit 1,80 Euro pro gefahrenem Buskilometer rechnet der Verband mit bis zu 3 Euro. Zum Linienbündel Nordost gehört auch Stadtallendorfs Stadtbusverkehr, jährlich zahlt die Stadt im Moment dafür rund 100000 Euro. Hätte die Stadt das Angebot nicht anpassen wollen, hätte eine Kostenexplosion gedroht. In Ausschuss-Sitzungen verständigte sich die Parlamentsmehrheit auf die jetzt beschlossene Variante. Sie war eine von vieren, die zur Auswahl standen. Auch der Seniorenbeirat hatte sich intensiv mit dem Thema befasst und sich für diese Variante ausgesprochen.

Der Entscheidung ging am Freitag nochmals eine intensivere Debatte voraus. Frank Hille (CDU) fasste die Ausgangslage, vor der die Stadtverordneten standen, zusammen. „Wir haben ein hervorragendes Angebot und wir werden auch in Zukunft ein gutes Angebot haben“, lautete sein Fazit. Hille ging auf die Ergebnisse von Fahrgastzählungen ein, die gezeigt hatten, dass das jetzige Angebote nur teilweise genutzt wird. Bei einzelnen Fahrten gab es keine Fahrgäste (diese Zeitung berichtete). Vor diesem Hintergrund sprach Hille denn auch von „Optimierung“.

Warnung vor dem „Kaputtsparen“

Diesen Begriff wies Michael Goetz (Bündnis 90/Die Grünen) allerdings weit von sich. Er kritisierte scharf, dass sich der Gutachter, der die Varianten entwickelt hatte, nur auf Einsparungen konzentriert hatte. Verbesserungsmöglichkeiten wurden nicht untersucht. „Die jetzige Variante ist zwar die am wenigsten einschneidende“, sagte Goetz, warnte in Anlehnung an den Fahrgastbeirat des Kreises aber davor, den Nahverkehr „kaputtzusparen“. Friedhelm Wieber (FDP) verwies auf Leerfahrten von Bussen beim jetzigen Fahrplan. „Wir dürfen uns dieser Situation nicht verschließen“, forderte er. Er selbst habe überschlägig Nutzungsgrade von unter 30 Prozent im Stadtallendorfer Nahverkehr errechnet.

Von „großstadtähnlichen Verhältnissen“ beim derzeitigen Nahverkehrsangebot sprach Frank Drescher von der SPD-Fraktion. Leider sei das Ziel höherer Fahrgastzahlen dabei nicht erreicht worden. Doch Drescher, auch Hatzbachs Ortsvorsteher, wies auch auf ein Problem bei der geplanten Neuregelung hin. So werden die nördlichen Stadtallendorfer Stadtteile Hatzbach, Erksdorf und Wolferode künftig nur noch im 120-Minuten-Takt angefahren. „Wir müssen sehen, dass sich das bei der Ausschreibung 2020 wieder ändert“, meinte Drescher.

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) wandte sich am Ende gegen den Vorwurf des „Kaputtsparens“ des Stadtallendorfer Stadtbusangebots: „Wir hatten die Angebote, sie sind aber nicht genutzt worden.“

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