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Engel und Teufel bekommen eine Bleibe

Sinnesparcours Engel und Teufel bekommen eine Bleibe

Beim Stadtallendorfer Hessentag durchschritten etwa 5000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Sinnesparcours und erfuhren, wie sich Gewalt anfühlt und wie sie davor schützen können. Jetzt bleibt der Parcours in Kassel.

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Ein „Engel“ bot beim Sinnesparcours auf dem Stadtallendorfer Hessentag ein kleines Glas mit Saft an. Archivfoto: Nadine Weigel

Stadtallendorf. „Engel Saft“ und Teufel Alkohol“ sind feste Bestandteile des Sinnesparcours, den der Stadtallendorfer Verein Gewaltfrei leben zum Hessentag 2010 erstmals präsentierte. Der Parcours war ein voller Erfolg und entwickelte sich danach zu einem begehrten Angebot. Achtmal wurden die verschiedenen, sehr aufwändig gestalteten Stationen des Parcours in anderen Städten wieder aufgebaut und genutzt. Im Zentrum stand immer das Ziel, Kinder und Jugendlichen Hilfen für den Umgang mit Gewalt zu geben, zuletzt beim Kasseler Hessentag.

Jetzt hat der Parcours eine dauerhafte Bleibe gefunden, wie Vereinsvorsitzender Pfarrer Thomas Peters berichtet. Die Stadt Kassel will den Parcours auf Dauer behalten, auch, weil dort kurzfristig Räume im Willi-Stein-Haus zur Verfügung stehen. Der Parcours werde von Mitarbeitern und Helfern des Jugendamtes betrieben, berichtet Peters.

Damit ist eine grundlegende Änderung verbunden: Wurde der Sinnesparcours bisher von ehrenamtlicher Arbeit getragen, so übernehmen das nun Hauptamtliche. „Engel und Teufel werden bei den künftigen Führungen wohl auch von professionellen Darstellern gespielt werden“, schätzt Peters.

Beim Stadtallendorfer Hessentag waren bis zu 80 Lotsen im Einsatz, die die Gruppen jeweils eine Stunde lang durch die verschiedenen Stationen begleiteten. In Kassel haben die Organisatoren während des Hessentags leichte Änderungen vorgenommen und die Führungen auf eine Stunde verlängert. Das soll auch in Zukunft so sein, wenn sich Jugendgruppen oder Schulklassen durch den Parcours bewegen. Für Peters und seine Mitstreiter im Verein „Gewaltfrei leben“ ist mit der Umsiedlung des Parcours nach Kassel „ein Traum in Erfüllung gegangen“. Was als ein ehrgeiziges Hessentagsprojekt begann, hat nun eine langfristige, nachhaltige Zukunft an anderer Stelle.

Verein konnte Parcours nicht selbst betreiben

In der heimischen Region hatte sich keine Möglichkeit dafür gefunden, den Sinnesparcours dauerhaft zu etablieren. „Wir als Verein hätten das auch nicht finanzieren können“, sagt Peters. Morgen fährt er zur Übergabe nach Kassel.

Damit der Sinnesparcours seinerzeit überhaupt Realität werden konnte, hatten sich Sponsoren und das Land Hessen finanziell beteiligt und am Ende die Summe von 50000 Euro aufgebracht.

Die damaligen Sponsoren hat Peters zwischenzeitlich informiert. Er habe bisher nur positive Rückmeldungen auf die Entwicklung bekommen. Für die Stadt Kassel entstehen nun allerdings keine zusätzlichen Kosten. Sie profitiert jetzt vom Engagement des Stadtallendorfer Vereins und seiner damaligen Unterstützer.

Der Sinnesparcours wird voraussichtlich im Laufe des Februars in Kassel wiedereröffnet.

von Michael Rinde

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