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Engagierter Ortsvorsteher ist überraschend verstorben

Nachruf Engagierter Ortsvorsteher ist überraschend verstorben

Als vor sechs Jahren Loriot das Zeitliche segnete, erschien in der FAZ eine Traueranzeige mit dem Text "Lieber Gott, viel Spaß". Nach dem Tod von Stephan Maus wäre eine Neuauflage angebracht.

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Stephan Maus in seinem Element: als messerscharfer Büttenredner. So kannten ihn die Menschen.

Quelle: Archivfoto

Roßdorf. Am Wochenende ist der Roßdorfer Stephan Maus im Alter von 54 Jahren überraschend verstorben. Mit ihm verliert das Dorf nicht nur einen engagierten Ortsvorsteher und großartigen Menschen, sondern auch den unterhaltsamsten Büttenredner des Landkreises.

Seine humoristisch nicht hoch genug zu bewertenden Auftritte im Karneval bleiben unvergessen: Er nahm auf unvergleichliche Weise in „Rissdorfer Platt“ das Dorfgeschehen aufs Korn, verteilte verbale Schellen an Bürgermeister und Kommunalpolitiker oder unterhielt in der Interaktion mit dem kongenialen Winfried Bieker. Das Besondere: Die Scherze waren auf Platt, aber niemals platt.

Jugendarbeit lag ihm besonders am Herzen

Stephan Maus war das Aushängeschild des Roßdorfer Karnevals. 20 Jahre fungierte er als Vorsitzender - und das, nachdem er nach der Gründung des Vereins sich bereits als zweiter Vorsitzender engagiert hatte. Besonders die Jugendarbeit lag ihm beim RCC am Herzen. Immer wieder motivierte er Kinder und Jugendliche aus dem Ort, sich in die zahlreichen Garden einzubringen - die er gemeinsam mit seiner Familie behutsam aufbaute.

Doch auch außerhalb des Karnevalsvereins prägte Maus das Bild Roßdorfs: Von 2001 bis 2006 war er Stadtverordneter. Seitdem gehörte er auch dem Ortsbeirat an, dem er seit dem Jahr 2011 vorstand. Aber nicht nur in der Position des Ortsvorstehers brachte er sich ins Dorfleben ein: Maus war fast zwei Jahrezehnte lang Vorsitzender des Verschönerungsvereins Roßdorf. Auf seine Initiative entstand im vergangenen Jahr der Heimat-, Trachten- und Museumsverein, der sich um das liebevoll gestaltete Dorf- und Trachtenmuseum im Haus der Vereine kümmert.

Im Juni war ihm der Ehrenbrief verliehen worden

Vor allem war Stephan Maus aber auch einer, der mit anpackte: Jüngste Beispiele sind die ehrenamtlichen Eigenleistungen bei Umbau und Renovierung der Mehrzweckhalle oder der Gemeinschaftseinrichtung Sternstube.

Im Juni war ihm für sein jahrzehntelanges Engagement in Kommunalpolitik und Vereinen der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen worden. Neben dem RCC und dem Heimat- und Verschönerungsverein sowie dem Museumsverein gehörte Maus noch dem Gesangverein „Sängerlust“, dem Sportverein und der Feuerwehr an. Zudem war er acht Jahre lang Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Stephan Maus hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

von Florian Lerchbacher

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