Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Eltern profitieren von Gabe des Landes
Landkreis Ostkreis Eltern profitieren von Gabe des Landes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 28.06.2018
In Stadtallendorfer Kindergärten, wie hier im Hofwiesenweg, sinken die Gebühren für Kinder ab drei Jahren. Quelle: Archivfoto
Anzeige
Stadtallendorf

Es ist erwartungsgemäß vollbracht: Ab 1. August gibt die Stadt Stadtallendorf die Gebührenübernahme für die ersten sechs Betreuungsstunden an die Eltern weiter. Sie gilt für Kinder ab drei Jahren in den zwölf Stadtallendorfer Kindertagesstätten. Für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3-Kinder) gelten bei den Gebühren allerdings die „umgekehrten Vorzeichen“. Die Gebühren steigen wie schon im Jahr 2016 an, für die Betreuung von U3-Kindern gibt es keine Kostenübernahme durch das Land (die OP berichtete) mehrfach.

Die Debatte im Parlament verlief dieses Mal beim Thema Kindergartengebühren sehr harmonisch, schließlich galt es auch, Lasten für die Eltern zu mildern. Auch für Manfred Thierau (Bürgerunion Stadtallendorf) ein Grund zur Freude. Die jetzige Senkung sei ein „Schritt in die richtige Richtung“. Aber: Bund und Land seien weiterhin in der Pflicht, auch für Kinder unter drei Jahren etwas zu tun.

Gebührenübernahme „Wahlgeschenk aus Wiesbaden“

Carla Mönninger-Botthof (SPD) streifte kurz die Landespolitik. Sie nannte die Gebührenübernahme für sechs Stunden ein „Wahlgeschenk aus Wiesbaden“ und „halbherzig“. Wie berichtet zahlt das Land nunmehr 135,60 Euro pro Kind und Monat, dem stehen in Stadtallendorf aber von der Verwaltung errechnete 151 Euro Kosten gegenüber. Den Differenzbetrag übernimmt jetzt die Stadt und das angesichts eines Defizits bei der Kinderbetreuung von voraussichtlich 4,5 Millionen Euro im Jahr 2018.

Hans-Georg Lang, Fraktionsvorsitzender der CDU, wollte das nicht unkommentiert lassen. Er verwies darauf, dass das Land das Geld für die jetzige Gebührenübernahme aus dem Länderfinanzausgleich nehmen wird, der sich ab 2020 ändert. Einig war man sich, dass die jetzige Lösung auf sehr konstruktivem Wege zustande gekommen ist, zunächst in Arbeitsgruppen und in Abstimmung mit den kirchlichen und freien Trägern und Elternvertretern. Das betonte auch Alexandra Baader von der FDP für den entstandenen Beschlussvorschlag der Verwaltung. „Wir haben selten eine so gute Vorlage erhalten“, kommentierte sie.

Verkehrsgutachten beschlossen

Die Stadt hatte sich im Vorfeld mit den beiden Kirchengemeinden und dem Verein Weißer Stein auf die jetzige Lösung verständigt. Das war eine zentrale Voraussetzung für die Kostenübernahme durch das Land.

  • Das Stadtparlament hat auf Antrag von CDU und SPD ein Verkehrsgutachten beschlossen, das die Verwaltung in Auftrag geben wird. Das auch vor dem Hintergrund des geplanten Umbaues der Kreuzung Bundesstraße 454/Hauptstraße und Bahnhofstraße und des Weiterbaus der Autobahn 49. In Stadtallendorf steht außerdem noch die Entscheidung über den Bau der „Querspange“ aus, die ­eine Verbindung von der Niederkleiner Straße bis zum Bahnhof schaffen könnte.

Kindergartengebühren

Die Grundbetreuung für Kinder über 3 Jahren wird ab August für die ersten 6 Stunden kostenfrei; jede weitere Stunde Betreuung kostet 25 Euro. Die Betreuung von bis zu maximal 10 Stunden insgesamt ist in einzelnen Einrichtungen möglich. Acht Stunden kosten künftig 50 Euro, zehn Stunden 100 Euro.
Bei den Kindern unter drei Jahren wird die beschlossene Erhöhung zum 1. August von 156,25 Euro auf 168,75 Euro umgesetzt. Die Essenspauschale bleibt für alle Kinder unverändert.

von Michael Rinde

Anzeige