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Ostkreis Schulbetrieb in Bracht geht weiter
Landkreis Ostkreis Schulbetrieb in Bracht geht weiter
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00:16 02.06.2018
Das Brachter Schulhaus wird nach den Sommerferien nicht verwaisen. Der Schulbetrieb in dem Rauschenberger Stadtteil geht weiter. Quelle: Matthias Mayer
Marburg

„Wir haben mal darüber gesprochen und das war es dann wohl.“ Mit diesem Gefühl dürften viele Eltern die Informationsveranstaltung zum Bestand der Grundschule Bracht verlassen haben.

Aber jetzt kommt alles anders. „Wir haben die Grundschule Bracht gerettet“, rief der geradezu euphorisierte Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) gestern ins Telefon, als er der OP-Redaktion die frohe Nachricht übermittelte.

Mit „wir“ meinte der Schuldezernent des Landkreises nicht nur sich, sondern auch den von den Eltern gegründeten Arbeitskreis, Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) und das Staatliche Schulamt.

Betrieb trotz fehlender Schüler

Die Genannten hätten sich unabhängig voneinander mit Briefen an das Kultusministerium gewandt. Die sachliche Art der Diskussion bei der Informationsveranstaltung und die konstruktive Argumentation in den Briefen an Kultusminister Alexander Lorz sowie der Pressespiegel zum Thema Grundschule Bracht seien in Wiesbaden registriert worden.

Das Ergebnis: Der Staatssekretär habe ihn am Montag informiert, dass die Grundschule in Bracht trotz fehlender Schüler für eine zweiklassige Grundschule in den kommenden beiden Jahren nicht vorübergehend geschlossen werde.

Der Schulbetrieb gehe nach den Sommerferien weiter, sagte Marian Zachow gegenüber dieser Zeitung. Hinzu komme die positive Prognose der Schülerzahlen in Bracht, die ab 2020 deutlich über der kritischen Marke von 26 lägen.

Stilllegung war nicht zu vermitteln

Die Stilllegung der Schule für zwei Jahre sei nicht zu vermitteln gewesen. Er sei dankbar für alle sachlichen Argumente und die Flexibilität, mit der das Ministerium auf diesen besonderen Fall reagiert habe, sagte Marian Zachow, der die erfreuliche Entscheidung aus Wiesbaden nicht als Präzedenzfall ansah.

Er selbst hatte in dieser Sache den Kultusminister angeschrieben und mit dem Staatssekretär telefoniert. „Das letzte Telefonat am Freitag klang schon vielversprechend“, blickte Marian Zachow zurück.

„Heute ist ein kleiner Feiertag für Bracht und für Rauschenberg“, stellte Bürgermeister Michael Emmerich fest. „Die Grundschule Bracht bekommt eine besondere Zuweisung. Nach den Sommerferien wird zusätzlich eine zweite Lehrkraft zugewiesen.

Es bleibt bei zwei Lehrkräften“, nannte der Bürgermeister die Details.
Dieser hatte sich eindeutig gegen jede Alternativlösung ausgesprochen und einen durchgehenden Schulbetrieb in Bracht gefordert. „Wir haben das Optimum erreicht. Alles andere hätte zu großen Problemen geführt“, sagte Michael Emmerich.

von Matthias Mayer