Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Wirtschaftsoscar für Elektroplan Schneider
Landkreis Ostkreis Wirtschaftsoscar für Elektroplan Schneider
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 25.09.2018
Wie der Oskar des Unternehmertums wirkt der große Preis des Mittelstandes, den Hans-Jürgen Schneider, Chef des Ingenieurbüros Elektroplan-Schneider, entgegen nahm. Quelle: Boris Löffert
Würzburg

Ein Hauch Glamour, fast wie bei der richtigen Oscarverleihung, lag wohl in der Luft, als am vergangenen Samstag im Würzburger Hotel Maritim mehr als 400 Unternehmer und zahlreiche weitere geladene Gäste aus ganz Deutschland zur Gala samt Verleihung für den großen Preis des Mittelstandes zusammen fanden.

Die Auszeichnung der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Wettbewerbsregionen Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen fand zum 24. Mal statt. Insgesamt erhielten 14 Unternehmen aus den vier Wettbewerbsregionen die Preisträgerstatuen, die von Dr. Helfried Schmidt und Petra Tröger, Vorstände der Stiftung, während der Gala überreicht wurden.

Aus Hessen erhielten zwei Unternehmen den Höchstpreis, eine Firma aus Eschwege und Elektroplan-Schneider GmbH aus Stadtallendorf. Nominiert wurde das heimische Ingenieurbüro zum vierten Mal in Folge. Vorgeschlagen wurde das Unternehmen in diesem Jahr vom Kreisausschuss.

Firma besteht sein 40 Jahren

Geschäftsführer 
 Hans-Jürgen Schneider zeigte sich auch Tage nach der Verleihung noch tief beeindruckt von dem Sieg: „Da sind sie erst mal platt, von so vielen Nominierten ausgewählt und auf die Bühne geholt zu werden“, erzählt Schneider von einem bewegenden Moment. „Natürlich sind wir sehr stolz, dass wir den Preis erhalten, gerade als Ingenieurbüro – wir stellen ja nichts her, andere produzieren oder entwickeln etwas, ich verkaufe nur mein Wissen und Dienstleistungen“, gibt sich der 74-Jährige bescheiden und lobt seine Mitbewerber.

Schneider ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, vor zwei Monaten feierte er sein 50-jähriges Berufsjubiläum als Elektroplaner. Seine Firma, mit Sitz in Stadtallendorf und Niederlassungen in Berlin und Köln, gibt es seit 40 Jahren. Kerngeschäft ist das Planen und Ausschreiben sowie die Vergabe und Objektüberwachung von elektro-, sicherheits- und informationstechnischen Anlagen.

Ausgewählt aus fast 2500 Mitbewerbern

Sein Preis steht nun am Fenster in seinem Büro, das Schneider 1978 in seinem ehemaligen Kinderzimmer seines Wohnhauses gründete. Von dort aus leitet der Chef nicht nur sein Unternehmen oder wirkt in zahlreichen Wirtschaftsgremien und Vereinen ehrenamtlich mit. Er plant ebenfalls den Aufbau einer Akademie für Elektroplaner. Für den Beruf gibt es noch keine eigene Ausbildung. „Ich möchte den Beruf Elektroplaner weiter voranbringen, es ist eine tolle Arbeit“, sagt er. Die Prämierung habe ihn in diesem Vorhaben noch einmal bestätigt.

Vor zwei Jahren wurde Schneider bereits als „Finalist“ des Wettbewerbs ausgezeichnet, ein anderes Mal erreichte er die „Jurystufe“. Nun folgte der große Preis als oberste Kategorie. „Das ist eine tolle Bestätigung meines Lebenswerkes – die höchste Auszeichnung, die man bekommen kann“, freut er sich. 

Eine Auszeichnung als „Finalist“ konnten im Wettbewerb 22 Firmenchefs entgegennehmen. Je einmal wurde der Sonderpreis „Kommune des Jahres“ sowie „Bank des Jahres“ überreicht. Alle Gewinner waren im Vorfeld aus insgesamt 2436 nominierten Mitbewerbern ausgewählt.

Bedeutung von Unternehmen ist wichtiges Kriterium

Bundesweit hatten sich für das Wettbewerbsjahr mehr als 1400 Institutionen aus allen zwölf Wettbewerbsregionen aller Bundesländer, insgesamt 4917 kleine und mittlere Unternehmen sowie Banken und Kommunen, für den Wettbewerb nominiert. Auf der „Juryliste“ landeten 742.

Die Auswahl der Preisträger und Finalisten treffen zwölf Regionaljurys und eine Abschlussjury. Pro Wettbewerbsregion können jeweils drei Unternehmen als Preisträger und fünf weitere als Finalist ausgezeichnet werden.

Die Unternehmen werden nach der Gesamtentwicklung, der Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Modernisierung und Innovation sowie dem Engagement 
in der Region, Service, Marketing und Kundennähe bewertet.

Wie Bernd Schenke, Vorstandssprecher der Oskar-Patzelt-Stiftung, mitteilte, erreiche bundesweit kein anderer Wirtschaftswettbwerb „eine solch große und nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten anhaltende Resonanz“. Und das, obwohl der Preis nicht mit einem finanziellen Anreiz dotiert sei. Den Unternehmen gehe es nicht um Geld, sondern allein „um Ehre, öffentliche Anerkennung und Bestätigung ihrer Leistungen“, sagt Schenke.

von Ina Tannert