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Ostkreis "Einfacher Arbeiter" des Glaubens ist verstummt
Landkreis Ostkreis "Einfacher Arbeiter" des Glaubens ist verstummt
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12:44 06.01.2017
Der Domkapitular i.R. Josef Mönninger hielt stets Kontakt zu seiner Heimat Rüdigheim. Archivfoto: Bistum Fulda
Rüdigheim

Domkapitular im Ruhestand (i.R.), Prälat Josef Mönninger, ist im gesegneten Alter von 97 Jahren am 3. Januar verstorben, wie das Bistum Fulda mitteilte. In der Region war der verdiente Seelsorger vielen Gläubigen bekannt und vertraut. Mönninger wurde am 2. Dezember 1919 in Rüdigheim geboren, dort wird er auch seine letzte Ruhe finden, wie das Bistum in einer Mitteilung erklärte.

Das Bistum würdigt in seinem Nachruf seine großen Verdienste als früherer Leiter des Seelsorgeamtes der Diözese Fulda und langjähriger Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes. Am 24. Juli 1949 war Prälat Mönninger zum Priester geweiht worden. Stationen seines seelsorgerischen Lebens und Wirkens war unter anderem der Raum Kassel. Dort war Mönninger Anfang der 1970er-Jahre Regionaldechant. Ab 1977 wirkte er im Generalvikariat des Bistums; der damalige Bischof Eduard Schick übertrug ihm die Verantwortung für die territorial- wie personalstrukturelle Planung im Bistum.

Ernennung zum Ehrendomkapitular

Am 1. März 1977 wurde er zum Ehrendomkapitular an der Fuldaer Kathedralkirche ernannt, Anfang 1978 zum Leiter des Seelsorgeamtes, wenig später zum Domkapitular und am 18. Dezember 1980 zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Im September 1984 wurde er darüber hinaus zum Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes berufen. Seiner Heimat Rüdigheim war Prälat Mönninger verbunden, wie seine Beteiligung an der Lindauoktav bis ins hohe Alter hinein belegt. Er hielt während all der Jahrzehnte seines Priestertums enge Verbindung nach Rüdigheim und schwärmte einmal davon, wie viele Gottesdienste er gerne in der dortigen Kirche gefeiert habe.

Eine besondere Ehrung erfuhr Mönninger im Juni 2004. Bei einem Besuch in England wurde er vom damaligen Bischof von Plymouth, Christopher Budd, zum Ehrendomkapitular des Kapitels der Kathedralkirche zu Plymouth ernannt. Im Jahr 2014 feierte er sein eisernes Priesterjubiläum in Rüdigheim. Ausdrücklich hatte sich Mönninger damals gewünscht, dass keine „Lob­predigten“ auf ihn gehalten werden. Er charakterisierte sich so: „Ich bin ein einfacher Arbeiter für das Reich Gottes.“ Das Bistum hebt in seinem Nachruf auch Mönningers große Verdienste bei der Förderung von Laien im pastoralen Dienst hervor.

Stets bereit, klare Position zu beziehen

Pfarrer Marcus Vogler hob gegenüber der OP gestern hervor, dass Mönninger stets sehr zeitgemäße Ansätze auf die Frage, wie sich Kirche heute aufstellen muss, vertreten habe. Mönninger sei sehr heimatverbunden gewesen. Bis vor wenigen Jahren habe er regelmäßig im ­Advent einen Gottesdienst in Rüdigheim für seine verstorbene Schwester Maria gehalten.

„Die Kirche verliert einen aufrichtigen und ehrlichen Ver­künder der frohen Botschaft, der es auch nicht scheute, zu kontroversen und politischen Themen Stellung zu beziehen“, sagt Pfarrer Vogler. Sein Wunsch sei es gewesen, in seiner Heimat Rüdigheim seine letzte Ruhestätte zu finden. „Die Rüdigheimer sind froh darüber und werden ihrem Prälaten Mönninger ein ehrendes Andenken bewahren“, so der Pfarrer.

nDas Requiem für Josef Mönninger findet nach Bistumsangaben am Montag, 9. Januar, ab 11 Uhr im Fuldaer Dom statt. Am Dienstag, 10. Januar, gibt es um 14 einen Gottesdienst mit anschließender Beisetzung in der Kirche in Rüdigheim.

von Michael Rinde