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Ostkreis Eine neue Division und viele Pläne
Landkreis Ostkreis Eine neue Division und viele Pläne
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06:16 30.03.2012
Brigadegeneral Volker Bescht referiert beim Parlamentarischen Abend zum Thema „Investitionen an der Herrenwald-Kaserne“. Quelle: Alfons Wieber
Stadtallendorf

Eine gespannte Aufmerksamkeit herrschte am Montagabend im Stadtallendorfer Offiziersheim unter den Parlamentariern, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Soldaten. Beim Austausch zwischen Bundeswehrführung und städtischen Gremien gab es für die Anwesenden viel Informatives zu erfahren.

Mit dem Parlamentarischen Abend, der letztmalig im April 2007 stattgefunden hatte, wurde nun eine bewährte Tradition fortgesetzt. Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der „Division Spezielle Operationen“ (DSO), kündigte an, den Parlamentarischen Abend auch in Zukunft weiter stattfinden zu lassen. „Wir wollen ein gutes Miteinander pflegen. Es ist schön, dass die Tradition des gegenseitigen Kennenlernens fortgesetzt wird“, betonte Vollmer.

Division ist für die A 49

In seinem Vortrag wies der Kommandeur zunächst auf die weit gefächerte Gliederung seiner Division hin, die rund 10000 Soldaten umfasst. Die Soldaten verteilen sich dabei auf auf 18 Dienststellen und 10 Standorte in fünf Bundesländern. Anschließend berichtete Vollmer von einer geplanten Veränderung innerhalb seiner Einheit: Plan ist, die DSO in nächsten zwei Jahren mit der „Division Luftbewegliche Organisation“ zu fusionieren. Der neu entstehende Großverband trägt dann den Namen „Division Schnelle Kräfte“. Die Führung dieser neuen Division wird sich in der Stadtallendorfer Herrenwaldkaserne befinden, so Vollmer. In ihrer Zielstationierung wird sie rund 8560 Soldaten umfassen, die mit zehn Dienststellen an neun Standorten vertreten sein wird. „Wir als Divisionsführung sitzen hier in Stadtallendorf wie die Spinne im Netz. Aufgrund dieser Position sind wir Fürsprecher des Weiterbaus der A49“, so Vollmer.

Im Rahmen ihres Aufgabenspektrums waren Soldaten der Division von 2002 bis zum heutigen Tag an 17 Auslandseinsätzen rund um den Globus beteiligt. Brigadegeneral Volker Bescht gab als Standortältester einen Überblick über die Infrastruktur der Liegenschaften des Doppelstandortes Stadtallendorf-Neustadt, in dem derzeit 1264 Soldaten stationiert sind.

Nach derzeitigen Planung soll die Neustädter Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne bis Ende des Jahres abgegeben werden. Die Hessenkaserne werde – trotz der Auflösung der ZAW-Betreuungsstelle – vorerst noch gebraucht, sagte Bescht. Er wies in seinen Ausführungen auf die erheblichen Anstrengungen hin, die bislang unternommen wurden, um den Divisionsstab und seine nachgeordneten Dienststellen bedarfsgerecht unterzubringen. Allein für den Stabsbereich der DSO wurden 16,5 Millionen Euro verbaut.

Bescht rechnet mit Investitionen von mehr als 50 Millionen Euro, um den Ausbildungsauftrag der Division auch in Zukunft sicherzustellen. Dazu gehört auch die Sanierung der Standortschießanlage, die im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll. Geplant ist zudem die Schaffung von Betreuungseinrichtungen.

Reparaturen am Kanalsystem

Eine große Bedeutung maß Bescht dem derzeit geschlossenen Soldatenfreizeitheim als Begegnungsstätte zwischen Soldaten und Bürgern zu. Ob das Heim saniert wird - die Kosten dafür liegen bei rund vier Millionen Euro - sei allerdings weiter ungewiss.

Renovieren möchte die Division auch das Offiziersheim.

Den Beginn der Instandsetzung des maroden Kanalsystems der Herrenwaldkaserne kündigte Jörg Töpper, Leiter des dafür zuständigen Bundeswehrdienstleistungszentrums in Homberg, noch für dieses Jahr an. Der Gesamtkostenaufwand für das Projekt liege bei mehr als 10 Millionen Euro, erklärte Töpper. Dass die Bundeswehr ihre Ausbildungseinrichtungen und Sportanlagen den ortsansässigen Vereinen zur Verfügung stellt wurde vor allem von den Parlamentariern sehr gelobt.

Dennoch wünschen sich alle Beteiligten für die Zukunft eine stärkere Verzahnung der Interessen von Soldaten und Bürgern bei gemeinsamen Veranstaltungen wie etwa den Neujahrsempfängen, dem Herrenwaldlauf oder bei den kulturellen Veranstaltungen der Stadt.

von Alfons Wieber