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Eine leise Hoffnung auf Wiederkehr

Pfarrer verabschiedet sich Eine leise Hoffnung auf Wiederkehr

Wenn die Zahl der Besucher bei einem Abschiedsgottesdienst etwas mit Wertschätzung des zu Verabschiedenden zu tun hat, dann hat sich Pfarrer Dr. Gernot Schulze-Wegener in Rauschenberg sehr viele Freunde gemacht.

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Rauschenbergs scheidender Pfarrer Dr. Gernot Schulze-Wegener (links) hatte zum Abschied viele Hände zu schütteln – hier die von Simone und Heinrich Kingelhöfer. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Die schlichte Rauschenberger Stadtkirche war restlos gefüllt, als Dekan Hanns Baumeister, selbst nur noch wenige Wochen im Amt, den Rauschenberger Pfarrer nach 13 Jahren in der Wohra-Stadt von seiner Tätigkeit entband. Tags zuvor hatte Schulze-Wegener noch eine seiner früheren Konfirmandinnen getraut. Der Verabschiedungsgottesdienst war mit der Vorstellung der neuen Konfirmanden verbunden, die sich später brav die Bestätigung ihrer Gottesdienst-Teilnahme abholten - diesmal ausnahmsweise beim Dekan.

Die Liste der Redner, die am Ende des Gottesdienstes den 49-Jährigen und seine Familie mit den besten Wünschen Richtung Südbaden verabschiedeten, war lang. Sie reichte von Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt vom Diakonischen Werk Oberhessen über Ilona Gerbitz-Mess, Leiterin der Kita Mäuseburg, und Helmut Klingelhöfer vom Rauschenberger Kirchenvorstand, Rauschenbergs Bürgermeister Manfred Barth, mit dem Schulze-Wegener so manches gemeinsame lokale Projekt angestoßen hat, bis hin zu der Vertreterin der Musik, Monika Friedrich vom Kirchen- und Frauenchor Rauschenberg.

Hie und da musste schon einmal ein Tränchen unterdrückt werden. Und man hatte den Eindruck, dass die den Gottesdienst begleitenden Mitwirkenden des Kirchen- und Frauenchors Rauschenberg, des Gemischten Chors Ernsthausen und des Ernsthäuser Posaunenchors sich sich für ihren musikalisch so begabten Pfarrer besonders anstrengten und noch besser spielten und sangen als sonst.

Alleine eine habe Stunde dauerte es, bis Schulze-Wegener allen Kirchenbesuchern zum Abschied die Hand geschüttelt hatte. Für jeden hatte er noch ein nettes Wort übrig und bekam im Gegenzug die besten Wünsche mit auf seinen Weg.

„Da steht noch ein voller Karton, den sie beim Kindergottesdienst verwenden können“, gab er beispielhaft den einen oder der anderen Hinweis über Gegenstände, die beim Packen der Umzugskartons aufgefallen waren. Die Rauschenberger trösteten sich indes damit, dass „unser Pfarrer“ offiziell ja nur eine Freistellung für sechs Jahre von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck bekommen habe, und jederzeit nach Hessen zurückkehren könne.

„Mir werden die zahlreichen großen Feste und Konzerte mit den heimischen Vereinen, bei denen man sich menschlich näher gekommen ist, schon sehr fehlen“, verriet Pfarrer Schulze-Wegener dieser Zeitung zum Abschied.

von Heinz-Dieter Henkel

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