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Eine einmalige Erfolgsgeschichte

Schweinsberg Eine einmalige Erfolgsgeschichte

Ältere Menschen treffen sich am Nachmittag, bilden sich weiter und reden über Alltägliches – im Landkreis keine Seltenheit. Deutschlandweit sind die Seniorentreffs jedoch einmalig. 

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Vollen Einsatz zeigten die Mitglieder des gemischten Chors aus Schweinsberg.

Quelle: Dennis Siepmann

Schweinsberg. 11.000 Aktive, organisiert in 47 Ortsgruppen: die Zahlen und der damit verbundene Erfolg der Seniorentreffs im Landkreis Marburg-Biedenkopf sprechen für sich. „Nicht denkbar wäre diese lange Erfolgsgeschichte ohne die vielen freiwilligen Helfer, die sich in den Treffpunkten engagieren“, sagt Gabriele Clement. Zum 40-jährigen Jubiläum des Schweinsberger Ortsgruppe hatte sich die Vorsitzende der Volkshochschule des Landkreises über die Geschichte der Treffen kundig gemacht.

Anfang der 70er-Jahre trafen sich die Ü-50-Teilnehmer noch unter der Bezeichnung „Altenclub“, erklärte Clement. „Damals bin ich immer mit meinem Vater hierher gekommen – wir hatten immer viel Spaß“, erinnert sich Luise Bakschies an die Anfänge. Die 86-jährige Schweinsbergerin hält dem Seniorentreff seit mittlerweile 40 Jahren die Treue: „Ich komme immer noch zu Fuß, brauche dazu zwar heute meinen Krückstock, verpasse aber kein Treffen“. Ebenfalls seit vier Dekaden dabei sind Helga Hasselbach, Ottilie Seim und Gertrud Stamm.

Dass das Modell der regelmäßigen Treffen so gut angenommen wurde, liegt laut Clement an der hohen Qualität des Programms. „Bei meiner Akteneinsicht habe ich festgestellt, dass sich die Senioren bereits zu Beginn des Projektes im Jahre 1972 mit zeitaktuellen Themen beschäftigt haben. So zum Beispiel mit Fragen zu Gesundheit und Umweltschutz“. Warum das Konzept der Seniorentreffs im heimischen Landkreis so beliebt wurde – hingegen in fast allen anderen Regionen scheiterte –  kann auch Clement nicht genau erklären: „Es hat wohl auch etwas mit der Beharrlichkeit der Gründerin und Vhs-Mitarbeiterin Ruth Weber zu tun, die nicht locker ließ und die Seniorentreffs bekannt machte“.

Fernab dieser Fragen feierten die Schweinsberger ihr Jubiläum und das jährliche Frühlingsfest in großer Runde: etwa 120 Besucher kamen zu Kaffee und Kuchen in das örtliche Bürgerhaus. Wie immer mit dabei: Liselotte Gleiser, die seit mittlerweile 40 Jahren ehrenamtlich im Schweinsberger Seniorentreff aktiv ist.  Zu dieser außergewöhnlichen Leistung gratulierte ihr die Leiterin des Treffs, Marlene Hankammer, welche im Anschluss das Festprogramm eröffnete. Ganz in Weiß mit roter Fliege präsentierten sich die Männer des Singkreises „Rostkehlchen“ unter der Leitung von Rudi Scharn. Ein Heimspiel hatten danach der gemischte Chor aus Schweinsberg, dirigiert von Benhard Katzenbach.

Als besonderer Höhepunkt des Nachmittags zeigte Entertainer Hans Harald seine Sangeskunst. Dabei brachte der selbst ernannte „fröhliche Hesse“ volkstümliche Schlager und Welthits zu Gehör.

Seinen ersten öffentlichen Termin  in Vertretung des Stadtallendorfer Bürgermeisters Christian Somogy hatte der Erste Stadtrat, Otmar Bonacker. „Ich habe den Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, dass dies mein erster offizieller Auftritt ist und gesagt, da könne ich ja wohl kaum mit leeren Händen kommen. Herr Somogy sah das wohl ähnlich und hat mir deshalb einen Scheck mitgegeben“, erklärte Bonacker mit einem Lächeln und überreichte einen weißen Briefumschlag an Marlene Hankammer.

von Dennis Siepmann

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