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Eine Versammlung voller Reizthemen

Windkraft, Atmen und mehr Eine Versammlung voller Reizthemen

Windkraftanlagen, Tankstelle, Atmen-Projekt - die drei am heißesten diskutierten Themen kommen während der Bürgerversammlung nächste Woche zur Sprache. Doch das ist noch lange nicht alles.

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Nächste Woche kommen Amöneburgs Bürger zusammen – allerdings nicht auf dem Berg, sondern in Mardorf.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Mardorf. Eine Bürgerversammlung, fünf Themen, neun Referenten - diskussionsfreudige Bürger der Stadt Amöneburg dürfen sich in der kommenden Woche auf einen langen Dienstagabend einstellen. Auf der Tagesordnung der Veranstaltung finden sich gleich sämtliche Reizthemen der Stadtpolitik wieder - die aus möglichst allen Richtungen beleuchtet werden sollen. „Das sind die Themen, die an mich aus den Fraktionen, der Bürgerschaft und dem Magistrat herangetragen und für die Versammlung angemeldet wurden. Entsprechend habe ich sie auf der Tagesordnung aufgenommen“, sagt Stadtverordnetenvorsteher Dr. Stefan Heck und betont: „In der Tat wird es umfangreich. Es geht um Themen, die die Menschen bewegen.“ Und die Bürgerversammlung sei ja schließlich dafür gedacht, diese zu diskutieren.

Für manch einen ist die Tagesordnung dennoch etwas zu umfangreich - und auch das Format mit Referenten, die Fachinformationen geben wollen, stößt nicht überall auf Begeisterung. Eigentlich ist es üblich, dass die Vertreter der Fraktionen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. CDU-Vorsitzender Jan-Gernot Wichert teilte in einer spontanen Reaktion auf die Einladung bereits mit, dass er sich beim angedachten Format auf dem Podium fehl am Platze fühle.

Zumindest beim aktuell größten Reizthema sollen alle Seiten ihre Ansichten kundtun: Zunächst wird es während der Versammlung Informationen und Diskussionen zum Thema Windkraftanlagen in den Gemarkungen Roßdorf und Mardorf geben. Als Referenten treten vom Regierungspräsidium Gießen Claudia Bröcker (zuständig für Regionalplanung) und Manfred Bender (zuständig für Fragen rund um das Bundesimmisionssschutzgesetz) sowie ein Vertreter der Bürgerinitiative „Es reicht“ und Manfred Hausmann vom Planungsbüro „Groß und Hausmann“ auf. Dieser widmet sich im Auftrag der Stadt der Frage, wie sich eine von Erfurtshäusern angedachte Umwandlung von Straßen in „reine Wohngebiete“ auswirken könnte. Das Unternehmen Juwi, das vor wenigen Wochen grünes Licht für den Bau zwei weiterer Windkraftanlagen im Roßdorfer Wald bekommen hat, wird zudem einen schriftlichen Bericht zu seinen Plänen einreichen. Die Waldinteressenten Mardorf - die eventuell Flächen für weitere Windräder zur Verfügung stellen - haben indes eine Einladung abgelehnt, sich zu ihren Überlegungen zu äußern und ihre Beweggründe zu erläutern.

Heißes Eisen Nummer zwei ist die für den Fuß Amöneburgs geplante Tankstelle an der Kreisstraße - gegen die sich ebenfalls eine Bürgerinitiative formiert hat. Neben Richard Lagotka, der mit dem Unternehmen „Knies und Lagotka“ das Projekt umsetzen möchte, treten erneut Referenten vom Planungsbüro „Groß und Hausmann“ auf: Hausmann widmet sich der Bauleitplanung, Peter Groß dem Punkt „Naturschutz und Landschaftsbild“.

Danach gibt es einen Sachstandsbericht zum Mardorfer Neubaugebiet und dem für den Bereich geplanten Projekt „Leben und Altwerden an der Falkenstraße”. Neben erneut Manfred Hausmann spricht Thomas Barg für die Firma „Geissler Infra“ über das Vorhaben, das sie gemeinsam mit der Roßdorfer AurA umsetzen möchte.

Danach ist Bürgermeister Michael Plettenberg an der Reihe. Er referiert zunächst über die in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung beschlossene Förderrichtlinie zur Beendigung und Vermeidung von Leerstand. Als letztes gibt er dann Informationen zum Sachstand der Rekultivierung des ehemaligen Steinbruchs Amöneburg. Die Erddeponie an sich spült derzeit Geld in die Stadtkasse - an der Übernahme der Anlage durch die Stadt gibt es in der Großgemeinde nichts zu mäkeln. Über die Pläne für die Zeit nach der Verfüllung gehen die Meinungen indes auseinander.

„Es ist ausdrücklich vorgesehen, dass wir über die Tagesordnung hinaus auch aktuelle Themen aus der Stadtpolitik ansprechen, die Ihnen am Herzen liegen“, schließt Stefan Heck die Einladung zur Bürgerversammlung, die am Dienstag, 31. Januar, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus Mardorf stattfindet. Er ruft dazu auf, solche Themen ihm im Vorfeld mitzuteilen - und ist sich sicher, dass die ausführliche Tagesordnung für die Bürger letztendlich kein Problem sein werde: Sie hätten schließlich die Möglichkeit - wenn sie nur ausgewählte Punkte verfolgen wollen - später zu kommen oder früher zu gehen. „Dafür habe ich Verständnis“, betont er und resümiert: „Es wird bestimmt viel diskutiert. Aber so lange, wie die Tagesordnung vermuten lässt, wird die Versammlung nicht dauern.“

Wer noch weitere Themen anbringen will, kann eine E-Mail senden an Dr. Stefan Heck. Seine Adresse lautet: heckstefan@googlemail.com

von Florian Lerchbacher

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