Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Eine Lücke in der Meldekette

Schadhafter Bahnübergang Eine Lücke in der Meldekette

Seit einem halben Jahr gilt auf der Bundesstraße 62 am schadhaften Bahnübergang der Ohmtalbahn Tempo 30. Die Hoffnungen vieler Autofahrer, dass der Schaden in den Ferien behoben werde, erfüllten sich nicht.

Kirchhain. Die zwischen den Schienensträngen verlegten Stahlplatten haben sich unter der Dauerbelastung verbogen. Sie schließen nicht mehr bündig mit der Oberkante der Gleise ab. „Das ist eine echte Gefahrenquelle, besonders für Zweiradfahrer“, begründete Werner Detsch, Netzmanager und Sprecher des Marburger Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), im Gespräch mit dieser Zeitung die Notwendigkeit für das Tempolimit. Normalerweise darf der Bahnübergang auf der viel befahrenen B 62 mit 60 km/h passiert werden.

Detsch machte zugleich deutlich, dass sich das ASV im Einklang mit der Straßenmeisterei eine zügige Reparatur des Bahnübergangs gewünscht hätte. Nach seinen Informationen bestehe jetzt Hoffnung, dass das Problem endlich angegangen werde. Nach Recherchen der Straßemeisterei Kirchhain sei „eine Lücke im Meldesystem“ des staatseigenen Großkonzerns verantwortlich für den langen Stillstand am Bahnübergang. Diese Lücke sei inzwischen geschlossen worden. In der vergangenen Woche habe ein verantwortlicher Mitarbeiter der Bahn den Bahnübergang inspiziert und die Dringlichkeit der Reparatur erkannt sagte Detsch. Wann die Arbeiten an dem Bahnübergang, deren Dauer Detsch bei Vollsperrung der Straße auf zwei Tage taxiert, beginnen könnten, vermochte er nicht zu sagen.

Dazu gab es auf Anfrage der OP auch von der Deutschen Bahn keine Auskunft. Ein Frankfurter Bahnsprecher, der namentlich nicht genannt werden darf, überraschte mit der Festlegung, dass die Bahn die Absicht habe, den Bahnübergang erst im Zuge einer mittelfristig geplanten Erneuerung der Bahntrasse instand zu setzen. Nach seiner Kenntnis sei diese Planung mit dem ASV abgesprochen, sagte der Sprecher.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel