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Eine Drohne ziert die Ausstellung

Militärgeschichte Eine Drohne ziert die Ausstellung

In der Militärgeschichtlichen Sammlung finden sich jetzt auch Exponate aus der Zeit der aufklärenden Artillerie am Bundeswehr-Standort Stadtallendorf.

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Hans-Jürgen Wolff (Zweiter von links) erklärte Manfred Hoim, Wolfgang Kappen, Wolf Hoppe und Brigadegeneral Volker Bescht Hilfsmittel der aufklärenden Artillerie zur Auswertung von Ergebnissen. Foto: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Im Keller des Museums, das im ehemaligen Bataillonsstabsgebäude des Panzerbataillons 143 in der Hessenkaserne untergebrachten ist, befasst sich ein neuer Museumsbereich mit der Geschichte, dem Auftrag und der Ausrüstung der aufklärenden Artillerie. Gemeinsam mit Oberstleutnant a. D. Werner Gemmecker, Vorsitzender des Fördervereins der militärgeschichtlichen Sammlung, stellten mit Hans-Jürgen Wolff, Otmar Henkel und Harald Kempf drei ehemalige Angehörigen des aufgelösten Beobachtungsbataillons 23 in dieser Woche den neuen Museumsteil der Öffentlichkeit vor.

Sie hatten sich auch maßgeblich an der Beschaffung von Gerät sowie der Vorbereitung und Ausgestaltung der neuen Räume beteiligt. Bereits 1985 hatte Bert Doubois, früherer Offizier im Stab der Panzerbrigade 14, die Idee aus bereits vorhandenen Exponaten eine Sammlung aufzubauen. In Räumen in der Neustädter Ernst-Moritz-Arndt Kaserne befasste sie sich zunächst von der Geschichte der Marburger Jäger über Militärgeschichtliches aus der Zeit des Ersten und Zweiten. Weltkriegs bis hin zu den Anfangs- und Folgejahren der Bundeswehr. Nach der Wende war die Sammlung durch Ausstellungsstücke aus dem Bestand der ehemaligen NVA ergänzt worden.

Mit der Auflösung fast aller am Standort Stadtallendorf und Neustadt stationierten Truppenteile waren deren Traditionen ebenfalls in die Ausstellung aufgenommen worden. Die Gründung eines Fördervereins stellte das Museum dann auf eine breite Basis. Bedingt durch die geplante Schließung der Neustädter Kaserne wurde eine Verlegung des Museums notwendig, die in 2008 mit dem Umzug in die Hessenkaserne abgeschlossen war. Im neuen Museumsbereich der aufklärenden Artillerie werden nun vor allem Geräte, Exponate und Dokumente gezeigt, die dem ehemals in der Herrenwaldkaserne untergebrachten und aus Platzgründen aufgelösten Traditionsraum des Beobachtungsbataillons 23 entstammen. „Daneben konnten wir seltene Geräte aus Bundeswehrbeständen beschaffen und ausstellen, die in keiner anderen militärgeschichtlichen Sammlung der Bundeswehr zu finden sind“, stellte Hans-Jürgen Wolff fest. Ein Glanzstück ist dabei eine komplette Aufklärungsdrohne CL 289, wie sie auch bei der ehemaligen Drohnenbatterie 13 verwendet worden war.

Fraglich ist allerdings wie lange das Museum noch in den Räumen in der Hessen-Kaserne bleiben kann. Zwar soll diese Liegenschaft nach derzeitiger Planung erst in 2018 aufgegeben werden. Bis dahin werden aber wahrscheinlich nur noch sechs Gebäude genutzt. Das vorhandene große Bundeswehrheizwerk versorgt derzeit ausschließlich nur noch die Hessen-Kaserne und soll ebenfalls stillgelegt und aufgegeben werden. Die Energieversorgung der noch genutzten Gebäude der Hessenkaserne, zu denen das Museumsgebäude definitiv nicht gehört, wird nach derzeitiger Planung von einem Blockheizwerk übernommen.

Dies bedeutet zwangsläufig eine erneute Verlegung des Museums. Als eine mögliche Option für einen neuen Standort nannte Standortältester Brigadegeneral Volker Bescht das derzeit leer stehende Soldatenheim (lesen Sie auch „Soldatenheim wird nicht wiederbelebt“ auf dieser Seite“.

Für die Museumsbetreiber und den Förderverein ist nun von entscheidender Bedeutung das Museum in seiner Gesamtheit zu erhalten und der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen.

„Es darf nicht sein, dass irgendwann die Arbeit vieler Verantwortlicher und Helfer in Kisten verpackt in irgend einem Keller verschwindet und damit möglicherweise für immer verloren ist“, appellierte Oberstleutnant a.D. Werner Gemmecker.

von Alfons Wieber

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