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Ostkreis Ein weites Feld für neue Investoren
Landkreis Ostkreis Ein weites Feld für neue Investoren
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18:46 02.03.2012
Vollen Körpereinsatz beim Spatenstich zeigten (von links):  Tilmann Kretschmer (Oberbauleitung), Heiko Riehm (Hessische Landgesellschaft), Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, Henner Geil (IHK), Steve Battenberg (Planungsbüro Gringel), Helmut Vahl (Bauunternehmen Herzog), Ortsvorsteher Stephan Maus und Magistratsmitglied Elisabeth Orth. Quelle: Dennis Siepmann

Roßdorf.  „Vier Jahre haben wir darauf warten müssen,  endlich den Spaten in die Hand nehmen zu können, um diese Fläche freizugeben“, sagte Michael Richter-Plettenberg. Dem Bürgermeister der Stadt Amöneburg war die Freude beim Startschuss für das Gewerbegebiet  sichtlich anzumerken. Der gewählte Standort, am Ortsrand von Roßdorf, sei ideal und biete durch die gute Verkehrsanbindung eine große Attraktivität für zukünftige Investoren. „Leider wurde in der Vergangenheit bei der Gewerbeentwicklung geschlafen. Mit diesem Projekt holen wir den Rückstand jedoch auf“, gibt sich Richter-Plettenberg positiv.

Die durch Roßdorf verlaufende Verkehrsachse von L 3239 und L 3048 sorge dafür, das täglich zwischen 5.000 und 6.000 Fahrzeuge die Gewerbefläche passiere. „Durch die veränderte Straßenführung kommt der Verkehr dann auch dahin, wo er hin soll“, erklärt Richter-Plettenberg und nimmt damit Bezug auf den Umbau der Ortseinfahrt. Den Planungen zufolge wird die geänderte Zufahrt zunächst in Richtung des Gewerbegebietes führen, sodass man ein zweites Mal abbiegen muss um in den Ortskern von Roßdorf zu gelangen.

Dadurch versprechen sich die zuständigen  Projektentwickler einen weiteren positiven Anreiz für auswärtige Investoren. Für die Roßdorfer Bürger wird es nach Auskunft der Bauleitung einen separaten Weg geben, der direkt in das Gebiet führt und per Auto, Fahrrad oder zu Fuß erreichbar ist. Henner Geil von der Industrie- und Handelskammer in Marburg erinnerte sich beim Blick auf das noch unbebaute Gelände an eine Redewendung und bemerkte: „Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst. Und diese Gewerbefläche ist deshalb so wertvoll, weil den suchenden Interessenten ein fertiges Angebot präsentiert werden kann.“

Der genaue Verkaufspreis für den Quadratmeter wird in den kommenden zwei Wochen festgelegt, ließ Richter Plettenberg wissen. Erste Verhandlungen seien aber schon angelaufen. Jedoch liege der Preis bei einem Bruchteil, von dem, was üblicherweise bezahlt werde: „Da bewegen wir uns bei etwa einem Drittel im Vergleich zu den Preisen in der Stadt Marburg“, betonte Richter-Plettenberg. Weitere Hoffnung auf Investoren legt der Bürgermeister in die vorteilhafte Gewerbesteuer, die eine der geringsten im ganzen Landkreis sei.

Steve Battenberg vom zuständigen Planungsbüro Gringel ging bei der Baustellenbesichtigung auf die technischen Besonderheiten des zukünftigen Industriegebiets ein. So erklärte er beispielsweise Funktion und Lage des Rücklaufbeckens für das sich sammelnde Oberflächenwasser. Alle Beteiligten  sprachen den Wunsch aus, im laufenden Jahr möglichst viel Baufläche zu vermitteln. „Das ehrgeizige Ziel für den ersten Bauabschnitt liegt bei 5.000 Quadratmetern“, sagte Richter-Plettenberg. Sollte dieses tatsächlich erreicht werden, stelle die Erweiterung des Areals kein Problem dar, erklärte Battenberg. Anhand des Bauplans zeigte er auf, dass alles darauf ausgelegt sei, das Gebiet nach und nach zu erweitern.

Das Projekt sei sowieso ein „langfristiges Engagement, ausgelegt auf 10 bis 15 Jahre“, stellte Richter-Plettenberg fest und teilte seine Vorstellung von einer möglichen Nutzung mit den Anwesenden: „Ich kann mir auch vorstellen, dass auf dieser Fläche eine Fotovoltaikanlage gebaut wird. Dies hätte vielleicht auch einen psychologischen Aspekt für Unternehmen, die gerne mit erneuerbaren Energien in Verbindung gebracht werden möchten.“

von Dennis Siepmann