Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Ein neues Baugebiet fällt raus
Landkreis Ostkreis Ein neues Baugebiet fällt raus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 24.04.2017
Das Stausebacher Neubaugebiet am südlichen Ortsrand passierte ohne Aussprache und einstimmig den Kirchhainer Bau- und ­Planungsausschuss. Foto: Matthias Mayer
Kirchhain

Dabei gilt hessenweit der Grundsatz: Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung. Dies lässt sich häufig nicht realisieren, weil viele Baulücken in den Ortskernen gar nicht auf den Markt kommen, weil die Eigentümer diese Bauplätze für ihre Nachkommen behalten. So hatte es der unter Vorsitz von Professor Erhard Mörschel (CDU) tagende Kirchhainer Bau- und Planungsausschuss mit der Bauleitplanung für zwei Baugebiete in Kleinseelheim und in Stausebach zu tun, die beide am Ortsrand entstehen sollen.Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder für die Aufstellung des Bebauungsplans „Bornäckern / Zu den Trieschern“. Auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen am südlichen Ortsrand Stausebachs sollen acht Bauplätze entstehen. Begründet wird dies mit dem inzwischen zugebaute Neubaugebiet „Gänseacker“ und mit fehlenden Grundstücken im Ortskern.

Auch in Kleinseelheim soll an der Straßenecke Auf der Heide/ Heidestraße ein kleines Baugebiet mit vier Bauplätzen entstehen. Die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans hat der Grundeigentümer beantragt, der laut Bauverwaltung sämtliche Planungs- und Verfahrenskosten tragen wird. Vor dieser muss noch der Flächennutzungsplan geändert werden. Der Eigentümer beabsichtigt, die Baugrundstücke unter Familienangehörigen zu verteilen. Wie Bauamtsleiter Volker Dornseif erklärte, sollen die Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur auf dem jetzt noch landwirtschaftlich genutzten Areal erfolgen. Nur ein Teil der Flächen werde für Wohnbebauung genutzt.

Reiner Nau, Fraktionsvorsitzender der Kirchhainer Bündnisgrünen, sprach von einem problembeladenen Vorhaben. Wenn dies beschlossen werde, widerspreche das Parlament seinem eigenen Beschluss, wonach an dieser Stelle nicht gebaut werden solle. Gegen diese Flächen habe es damals erhebliche Bedenken gegeben. Das einzige mit der Regionalplanung abgestimmte Siedlungsgebiet Kleinseelheims befinde sich an anderer Stelle. Er frage sich, was nun mit dem im Flächennutzungsplan festgelegten Baugebiet werde. Bürgermeister Olaf Hausmann sagte dazu, dass es nur ein Baugebiet geben werde. Das sei gegenüber dem Ortsbeirat ebenso kommuniziert worden, wie die Dringlichkeit, die Baulücken im Ortskern zu schließen. Kleinseelheim sehe aus wie ein Sieb, hatte Uli Balzer (Grüne) mit Blick auf die zahlreichen Baulücken erklärt. Deren Anzahl gab Volker Dornseif mit 22 an. Die Bauverwaltung habe den Nachweis geführt, dass diese Baulücken nicht zur Verfügung ständen. Gleichwohl werde es schwer werden, die Genehmigung für die Flächennutzungsplanänderung vom Regierungspräsidium (RP) zu erhalten. Verwaltung und Magistrat seien sich des Problems bewusst. Im Stadtgebiet gebe es 250 Bauplätze, die nicht auf dem Markt seien. Hartmut Pfeiffer (CDU) regte an, mit dem Grundeigentümer einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen, der eine zeitnahe Bebauung der Grundstücke vorschreibe, damit sich nicht am Ortsrand neue Bau­lücken auftäten. Bei einer Enthaltung wurde dies so beschlossen.

von Matthias Mayer

Anzeige