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Ein musikalischer Friedensaufruf

Konzert Ein musikalischer Friedensaufruf

Zum zweiten Mal innerhalb nicht allzu langer Zeit wurde in Stadtallendorf das Friedenskonzert "The Armed Man" aufgeführt. Für Initiator Philip Schütz ist die Botschaft damals wie heute aktuell.

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Der Chor der Sing- und Musikschule Stadtallendorf begeisterte das Publikum.Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Gut eine Minute lang erntet der Chor der evangelischen Sing- und Musikschule nach dem Konzert stehende Ovationen. Philip Schütz, Dirigent und Leiter der Einrichtung, ist erstaunt. „Darauf war ich gar nicht vorbereitet“, sagt er zu den rund 320 Zuhörern in der Stadthalle. Als Zugabe singt der Chor dann noch einmal das 13. und letzte Stück der Friedensmesse „The Armed Man“ von Karl Jenkins: „Better is peace“. Darin heißt es übersetzt, Frieden sei besser als ständiger Krieg. „Und genau das nehmen Sie bitte auch mit nach Hause“, betont Schütz.

Es ist nicht allzu lange her, dass der Chor der evangelischen Sing- und Musikschule das Werk aufführte. Im Advent 2015 hatten die Musiker die Messe gemeinsam mit dem Collegium Musicum Stadtallendorf schon einmal gesungen. „Wir waren damals alle überwältigt“, erinnert sich Schütz. Vielen sei es wichtig gewesen, das Konzert noch einmal zu wiederholen - auch weil die Thematik und die Botschaft hinter „The Armed Man“ noch immer aktuell sei. „Damals war die Flüchtlingsfrage, die ja aus vielen Kriegen entstanden ist, der Anlass“, so der Leiter der Sing- und Musikschule. Aber auch heute noch bekomme man in den Medien das Ausmaß von Krieg und Gewalt mit. „Es ist deshalb ein Werk, das einfach passt“, findet Schütz.

Vorbeter singt mit

Die Messe besteht aus insgesamt 13 Sätzen. Der Anfang ist geprägt von bedrohlicher, fast düsterer Atmosphäre, aber auch einer antik-heldenhaften Einstimmung auf den bevorstehenden Kampf. „Wie selig ist der, der für sein Vaterland stirbt“, heißt es in einer der Textzeilen, ehe im siebten Abschnitt der Höhepunkt folgt: „Charge“, also Angriff, tönt der Chor, immer schneller und immer lauter. Bis es plötzlich leise wird. Erst die Gegenwart von Gewalt hat innerhalb des Werkes zur Lehre geführt, was Krieg tatsächlich bedeutet. In den folgenden Sätzen singt der Chor trauernd von den Kriegsfolgen. „Überall waren Körper, die sich auf dem Erdboden krümmten.“

Für Schütz ein wichtiger Aspekt des Werkes: „Das Stück zeigt auch die Grausamkeit und die Gräueltaten von Krieg. Es ist nicht so, dass einfach nur Frieden schön gefeiert wird“, sagt er. Unterstützung bekommt der Chor von Solistin Luise Wanninger. Wie schon beim ersten Mal ist auch Mahmut Sanal, Vorbeter der Stadtallendorfer Fatih-Moschee, mit dabei. Er singt den Muezzinruf „Allahu Akbar“. Den Auftakt zum Konzert hatte bereits der Kinderchor der evangelischen Sing- und Musikschule gemacht. Das Ensemble schloss sich der Botschaft des Abends an und sang unter anderem „Wir sind Kinder einer Welt“.

von Yanik Schick

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