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Ein fröhliches Glaubensfest in Krisenzeiten

Pfarrfest Ein fröhliches Glaubensfest in Krisenzeiten

Zum ersten Mal in der Geschichte der katholischen Kirchengemeinden fand ein gemeinsames Pfarrfest statt.

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Vorschulkinder des Kindergartens Sankt Michael stellten beim gemeinsamen Stadtallendorfer Gemeindefest die Raupe Ursula dar. Foto: Karl Weitzel

Stadtallendorf. Bisher führten die Pfarreien Sankt Katharina, Christkönig und Sankt Michael ihre Pfarrfeste getrennt durch. „Ein Haus voll Glorie schauet“ hallte es stimmgewaltig durch die fast voll besetzte Michaelskirche auf der Allendorfer Höhe. Ein Fest des Glaubens solle es sein, sich einander begegnen, zusammen essen und feiern, eröffnete Stadtpfarrer Diethelm Vogel den Festgottesdienst.

In seiner Predigt sprach der Geistliche die gegenwärtige Krise in der Kirche an. Von Kirchenkrise sei allenthalben die Rede: weniger Taufen, weniger Erstkommunionkinder und Firmlinge, weniger Gottesdienstbesucher, weniger Priester und ehrenamtliche Mitarbeiter, zudem geringere finanzielle Mittel. Es liege auch am demographischen Wandel, dass sich die Gesellschaft verändert habe. Die Medien zeichneten ein negatives Image der Kirche. Den Papst als inkontinent zu karikieren sei mehr als geschmacklos. Menschen störten sich an der Kirche als Institution, an ihren hierarchischen Strukturen, Normen und Moralvorstellungen. Das Bedenkliche sei nicht die Krise der Kirche als Institution, sondern die sich darin dokumentierende Glaubenskrise. Hilfreich möge sein, dass sowohl der Text der Lesung als auch des Evangelium von Glaubenskrisen in ihrer jeweiligen Zeit berichteten. Scharen von Menschen, die Jesus nachgelaufen seien, um seine Wunder zu sehen, distanzierten sich, weshalb er seine engsten Vertrauten fragte musste: Wollt auch ihr gehen?

In Krisensituationen sei es wichtig, zusammenzurücken, sich gegenseitig zu stärken. Und es sei kein Widerspruch, ein fröhliches Fest des Glaubens zu feiern, mitten in Krisenzeiten.

Vor dem Vater-unser-Gebet führten Marlis Franke und Bernd Weitzel einen Dialog über die einzelnen Vater-unser-Bitten durch. An der Orgel amtierte Carmen Dönges, gesanglich begleitete der Frauenchor Sankt Katharina die Messe.

Einzig das Wetter störte das fröhliche Fest. Einige der Aktionen mussten kurzfristig in die Innenräume verlegt werden. Der Flohmarkt bot vielfältige Auswahl und die Darstellung „Raupe Ursula“ von Vorschulkindern des Kindergartens Sankt Michael fand großen Anklang bei den zahlreichen Zuschauern.

Die Stadtallendorfer Musikanten musizierten dichtgedrängt unter einem Zelt. Verpflegung wie Gulaschsuppe, Würstchen, Kaffee, Kuchen und Eisekichin fanden reisenden Absatz.

Das Fest hatte bereits am Freitag begonnen: 28 Kinder und 10 Erwachsene hatten 12 Zelte im Pfarrgarten aufgebaut, in denen auch übernachtet wurde. Lagerfeuer, Nachtmarsch auf Feld- und Waldwegen begeisterten Kinder, für die die Väter dann einen Grillabend gestalteten.

von Karl Weitzel

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