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Ein ehrlicher und fröhlicher Pfarrer geht

Arnulf hummel verlässt Neustadt Ein ehrlicher und fröhlicher Pfarrer geht

Pfarrer Arnulf Hummel feierte am Sonntag zum letzten Mal den Gemeindegottedienst in der Neustädter Trinitatis-Kirche, die den Andrang der Gläubigen kaum fassen konnte.

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Pfarrer Arnulf Hummel zog am Sonntag letztmalig als Gemeindepfarrer in die vollbesetzte Neustädter Trinitatis-Kirche ein. Der Geistliche wird seinen Ruhestand in der Rhön verbringen. Foto: Alfons Wieber

Neustadt. Eingebettet in das Pfarrfest verabschiedete sich die Gemeinde in einem Dankgottesdienst von dem äußerst beliebten Seelsorger. Der zelebrierte die heilige Messe gemeinsam mit seinen Amtsbrüdern Pfarrer Diethelm Vogel, Pfarrer Karl Josef Aschenbach, Pfarrer Michael Brüne, Pfarrer Josef Schlitt, Diakon Stefan Weigand und Domkapitular Rudolf Hofmann. „Rudolf ist eine Minute länger Priester als ich, weil Hofmann im Alphabet vor Hummel kommt“, begrüßte Hummel seinen ehemaligen Studienkollegen ganz besonders herzlich.

Hofmann, dem die Zeremonie sichtlich nah ging und dem es nicht leicht fiel, für seinen Freund die richtigen Worte zu finden, hielt auch die Festpredigt. Darin bezeichnete er Hummel als einem Menschen, der sich zuerst durch seine unheimliche Ehrlichkeit und seine ansteckende Fröhlichkeit und Freundlichkeit auszeichne. „Was er denkt, das sagt er und was er sagt das tut er“, betonte Hofmann.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Domkapitular den christlichen Glauben und die Möglichkeit, mit Gott zu kommunizieren. „Menschen gewinnen und sie zusammenführen, das ist die Hauptaufgabe der Kirche“, betonte Hofmann. Im Hinblick auf den künftigen Wohnort von Arnulf Hummel stellte er fest: „Reulbach kann sich jetzt schon auf diesen großartigen Menschen freuen“.

584 Kinder getauft und869 Menschen beerdigt

584 Kinder habe er seit 1991 in Neustadt getauft, 780 Kinder zur Erstkommunion geführt, 189 Paare getraut und 869 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet, berichtete Simone Greil, die für den Pfarrgemeinderat das Wort ergriff. „Alles was sie für uns getan haben kann man nur bewältigen, wenn man - wie Sie - stark im Glauben an den menschenfreundlichen Gott verwurzelt ist. Sie sind ein Mensch, der wirklich glaubwürdig ist in dem was er sagt, lebt und tut“, so Greil.

Als Symbol der Gemeindeerneuerung überreichte Michael Lotz für den Verwaltungsrat eine Skulptur von Christus ohne Hände und Füße. „Es gibt wohl kein treffenderes Bild für ihre Botschaft. Wir alle sind seine Hände und Füße, das haben Sie uns immer vorgelebt“, dankte Lotz dem scheidenden Pfarrer. Außerdem überreichte er als einen kleinen Ansporn immer wieder die Gemeinde zu besuchen einen „Stein im Brett“, und für das Hobby des Priesters eine Digitalkamera.

Die in Neustadt gelebte Ökumene zwischen den katholischen und den evangelischen Christen demonstrierte Pfarrerin Kerstin Kandizora, welche die Lesung in der katholischen Kirche vortrug.

Seelsorger von3700 Gläubigen

Beim Pfarrfest würdigte Bürgermeister Thomas Groll den Geistlichen: „Sie haben mit Ihrem Wesen dazu beigetragen, dass die beiden Pfarrgemeinden in Neustadt und Momberg im Glauben festgehalten haben und die Kirche vor Ort immer präsent war. Aber Sie waren doch in allererster Linie Seelsorger. Verwaltung und Finanzen, das war nicht zwingend Ihre Welt“, stellte Groll fest.

Der 71-jährige Hummel verlässt die Gemeinde nach seiner Pensionierung. Seit 1991 war er für 3700 katholische Christen aus Neustadt und nach der Pensionierung von Pfarrer Wilhelm Gerlach ab 2008 auch für die Momberger zuständig. Nach seinen philosophischen und theologischen Studien, die er ab 1960 in Fulda und München absolvierte hatte, war Hummel an verschiedenen Orten 44 Jahre als Geistlicher tätig. Jetzt will er in die Rhön zurückkehren, die er ganz zu Beginn seiner priesterlichen Tätigkeit kennen und lieben gelernt hatte.

von Alfons Wieber

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