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Ostkreis Ein Spätberufener schließt die Lücke
Landkreis Ostkreis Ein Spätberufener schließt die Lücke
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21:03 26.10.2010
Pfarrer Jonathan Göllner ist Seelsorger der Soldaten in Stadtallendorf – und demnächst wieder in Afghanistan. Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Seit dem 1. Oktober ist Pfarrer Jonathan Göllner zuständig für die seelsorgerische Betreuung der Soldaten in Stadtallendorf, Neustadt, Schwarzenborn und Erndtebrück.

Seine offizielle Amtseinführung erfolgt bei einem feierlichen Standortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael am Mittwoch, dem 3. November um 10 Uhr. Ihm zur Seite steht Pfarrhelfer Thomas Fey, der aus Fritzlar nach Stadtallendorf gekommen ist und schon seit langen Jahren die Standorte und ihre Eigentümlichkeiten kennt.

Eng und Tür an Tür arbeitet Pfarrer Göllner mit seinem evangelischen Kollegen Ralf Eckert zusammen, der im Mai vergangenen Jahres in sein Amt eingeführt wurde.
Seit der Versetzung von Militärpfarrer Achim Patton im Februar 2006 war der Dienstposten des katholischen Militärgeistlichen unbesetzt und die Soldaten der vier Standorte wurden von Fritzlar aus mitbetreut.

Jonathan Göllner wurde 1966 in Gau-Algesheim geboren. Eigentlich wollte er gar nicht Priester werden und arbeitete zunächst als Chemielaborant, leistete Zivildienst und holte das Abitur nach. Als sogenannter Spätberufener ereilte ihn dann der Ruf Gottes. Sein Theologiestudium in Münster und in Nairobi schloss er mit seiner Priesterweihe 2002 ab.

Im Februar 2004 wurde er zum nebenamtlichen Standortpfarrer für Hemer und Arnsberg berufen und trat im November 2005 als hauptamtlicher Militärpfarrer bei der 1. Panzerdivision in Hannover in die Katholische Militärseelsorge ein. Für fünf Jahre erstreckte sich sein Seelsorgebezirk von Celle im Norden bis nach Goslar im Süden.

94 katholische und etwas mehr als hundert evangelische Militärseelsorger stehen im Dienst des Bundesverteidigungsministerium. Die Pfarrer sind bei der Einsatzvorbereitung dabei und lernen die Soldaten schon in Lehrgängen und Übungen am Heimatstandort kennen. Auch bei seiner Arbeit in Stadtallendorf misst Göllner der Einsatz-Seelsorge eine große Bedeutung zu. Die Betreuung der Soldaten und ihrer Familien vor, während und nach dem Einsatz sollen deshalb auch in Zukunft den Schwerpunkt seiner seelsorgerischen Arbeit bilden. Dabei will er keinesfalls nach Konfessionen unterscheiden.

Seiner Zusammenarbeit mit dem Divisionsstab in Stadtallendorf, räumlich trennen sie nur wenige Gebäude, misst er große Bedeutung zu. Bei einem Antrittsbesuch beim Divisionsstab, damals noch in Regensburg, hatte man ihm bereits die Wichtigkeit und Bedeutung seiner Aufgabe signalisiert. Dabei muss auch er mit dem nächsten Auslandseinsatz rechnen. „Für mich wird es voraussichtlich in 2012 wieder so weit sein“, stellte er fest. Am liebsten wäre es ihm natürlich, zusammen mit den Soldaten aus seiner Division in den Einsatz zu gehen.

von Alfons Wieber

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