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Ostkreis Ein Riese bekommt Flügel
Landkreis Ostkreis Ein Riese bekommt Flügel
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19:58 26.08.2010

Speckswinkel. Es war die bisher aufregendste Stunde auf der seit März bestehenden Großbaustelle, und die wollten zahlreiche Stammgäste der Windpark-Erweiterung nicht verpassen. Im weiten Umkreis um die im Bau befindlichen mit 179 Metern höchsten und mit je 2.300 kW leistungsstärksten Windräder Hessens hatten sich wohl drei Dutzend Schaulustige postiert, richteten Ferngläser und Teleobjektive auf den zunächst noch am Boden liegenden Riesenrotor. Die 67 Tonnen schwere Last beförderte der 150 Meter hohe Spezialkran in einer kleinen Gondel 138 Meter hoch zu dem Generatorgehäuse.

Dann wird es richtig spannend: Arbeiter verbinden die Nylon-Traggurte des Krans mit Hilfe zweier riesiger Schäkel mit dem Rotor. Der Kran besitzt zwei unabhängig voneinander steuerbare Lasthaken. Nur so lässt sich der Rotor in einem Stück hochziehen.

Die Rotorblätter werden abgesenkt, um dem schwachen Abendwind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Dann gibt der Kranführer Gas. In Superzeitlupe bewegt sich die Riesenlast Zentimeter um Zentimeter ihrem Ziel entgegen. Fotoapparate klicken, Videokameras surren, als die Bodenmannschaften aktiv werden und den Rotor mit langen Halteleinen, die mit den Flügeln verbunden sind, mehr und mehr in die Senkrechte ziehen. Nach einer Stunde, Schlag 19 Uhr, ist der in Magdeburg gefertigte Rotoram Ziel seiner letzten Reise, dockt an der Gondel an.

„Eigentlich müssten wir jetzt klatschen“, sagt ein sichtlich beeindruckter Zuschauer. Der wird auch in diesen Tagen viel am Krückeberg zu sehen bekommen.

Der große Kran wird jetzt abgebaut und zieht dann zum Turm zwei um. Die dort noch fehlenden 50 Meter langen Stahlrohr-Elemente sind bereits auf dem Weg nach Speckswinkel, wie der Mengsberger Bauherr Michael Rudewig dieser Zeitung sagte. Die Rotorflügel für Turm zwei werden in Kürze in Speckswinkel erwartet.

Auch der dritte Turm wächst täglich um mehrere Meter in die Höhe. Hier werden allerdings noch Betonelemente zur Turmröhre verbaut.

Lediglich die letzten beiden Drittel des 138 Meter hohen Turms können aus statischen Gründen in der sonst bei Windkraftanlagen üblichen Stahlbauweise errichtet werden.

von Matthias Mayer

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