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Ein Radweg mit eigener Bahnstation

Fest zur Einweihung Ein Radweg mit eigener Bahnstation

Nur noch ganz wenige wissen, dass der Rauschenberger Stadtteil Ernsthausen früher auch einmaleinen Bahnhof hatte. Ehrenamtliches Engagement lässt die Bahnhofsgebäude in neuem Glanz erstrahlen.

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Für allgemeine Belustigung sorgte dieses Schild an der rekonstruierten Toilettenanlage. Konrad Weisheit (von rechts), Dieter Bartelmeß, Gerhard Damm, Walter Müller und Walter Linne waren die treibenden Kräfte bei der originalgetreuen Wiederherstellung d

Ernsthausen. Ernsthausen. Das Bild, dass die einsam in der Mitte zwischen der Fiddemühle und dem Weiler Wambach gelegene Bahnstation bietet, erinnert an die große Zeit der Wohratalbahn. Nach der vorbildlichen Restaurierung des kleinen Bahnhofsgebäudes ist jetzt auch die Toilettenanlage originalgetreu neu aufgebaut worden. Mann könnte meinen, dass jeden Augenblick der Zug aus Gemünden einfahren müsste, wenn das neu verlegte Gleis nicht nach wenigen Metern enden würde. Der Trassenverlauf der längst abgebauten Bahn lässt sich noch erahnen.

Und dennoch herrscht Leben am unmittelbar am hessischen Radfahrweg R6 gelegenen Bahnhof Ernsthausen-Wambach. Das Gelände wird für Veranstaltungen genutzt, seitdem Mitglieder des Vereins Aktive Störche Ernsthausen 2010 das Areal urbanisiert und das Bahnhofsgebäude liebevoll restauriert haben.

Am Maifeiertag stellten die „Störche“ im Rahmen eines Bahnhofsfestes die mangels Kanalanschlusses nicht nutzbare Toilettenanlage offiziell vor. Für die zahlreichen Radler und Mai-Wanderer bot der Verein nicht nur Bratwürste, Steaks, Kaffee, Kuchen, sondern auch eine Ausstellung im ehemaligen Warteraum zur Geschichte der Wohratalbahn.

Viel Arbeit und Mühe hatten die Ruheständler mit Konrad Weisheit, Walter Linne, Walter Müller, Gerhard Damm und dem Vereinsvorsitzenden Dieter Bartelmeß an der Spitze in die Restaurierung der Gebäude, die Gestaltung der kleinen Ausstellung und der Organisation des Festes gesteckt. Für die Rekonstruktion der altertümlichen Toilettenanlage stellte die Stadt Rauschenberg dem Verein das Material. „Der Denkmalschutz hat sich trotz mehrfacher Anträge nicht beteiligt“, stellte Dieter Bartelmeß fest

Die 1914 eröffnete Wohratalbahn führte von Kirchhain über Rauschenberg und Wohra nach Gemünden. Obwohl zuletzt die als Nebenbahn-Retter gepriesenen Schienenbusse auf der 20 Kilometer langen Strecke verkehrten, wurde der Personenverkehr am 28. Mai 1972 eingestellt. Der letzte Güterzug fuhr am 19. Dezember 1981 durch das Wohratal. Ein Jahr später demontierte die Bundesbahn das Gleis.

von Alfons Wieber

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