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Ein Problem gelöst, viele andere warten

Roßdorf Ein Problem gelöst, viele andere warten

Dank des Engagements von Anke Rausch und der Hilfsbereitschaft zahlreicher Bürger aus dem Landkreis werden nigerianische Schüler zur staatlichen Prüfung zugelassen – doch das soll erst der Anfang sein.

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Dank Spenden aus dem Landkreis können Schüler in Egume im naturwissenschaftlichen Labor praktische Erfahrungen sammeln – die für die Zulassung zur staatlichen Prüfung notwendig sind.

Quelle: Privatfoto

Roßdorf. Ein Jahr lang unterrichtete die Roßdorferin Anke Rausch in der Diözese Idah in Egume Schüler in Deutsch und Informatik. Sie spürte die Lebensfreude der Nigerianer, sah aber auch viel Armut – Bilder, die sie nicht mehr losließen und von denen sie nach der Rückkehr in die Heimat ihren Mitmenschen berichtete.

Sie hielt einige Vorträge, hinzu kam ein Bericht in der Oberhessischen Presse – und ein Jahr später gibt es erste gute Nachrichten: Für 17 (von 93) Waisenkinder fanden sich Paten, die das Schulgeld in Höhe von rund 130 Euro jährlich zahlen. Weitere Spenden ermöglichten den Kauf von Büchern und von Ausrüstung für ein naturwissenschaftliches Labor, das noch im vergangenen Jahr bis auf Stühle und Tische leer gewesen war. Die Ausrüstung bedeutet, dass die Schüler praktische Erfahrungen machen können – was eine Grundvoraussetzung in Nigeria ist, um zur staatlichen Prüfung zugelassen zu werden. Und so können die Jungen und Mädchen, die in diesem Jahr den ersten Abschlussjahrgang der noch jungen Schule bilden, tatsächlich auch das nigerianische Äquivalent zum Abitur ablegen.

Ein erster, wichtiger Schritt sei also getan, freut sich Rausch über das Engagement der Spender. Doch es gibt noch zahlreiche weitere „Baustellen“, denen sie sich widmen will.

Die Schule hat keinen Zugang zu frischem Wasser. „Die Kinder trinken mehr oder weniger gutes Wasser aus verschweißten Plastikbeuteln“, erinnert sie sich und ergänzt: „Mir wurde immer gesagt, ich solle es nicht trinken.“ Aus diesem Grund will sie nun „Pfarrer Bruno“ unterstützen, der für die unter kirchlicher Trägerschaft stehende Schule und ihre rund 560 Schüler einen Brunnen bauen will.

Zweites großes Problem ist der Straßenverkehr. „Egume ist sehr langgezogen. Viele Eltern bringen morgens ihre Kinder mit dem Mofa – über eine Zugangsstraße, auf der unglaublicher Verkehr herrscht“, berichtet die 34-Jährige. Vor der ersten Stunde sei es selbst für Erwachsene gefährlich, auf dieser Straße zu laufen: „Die Mofafahrer hupen nur kurz und gehen dann davon aus, dass man aus dem Weg geht“, erklärt sie. Doch das klappt natürlich nicht immer: Vier Schüler trugen bei Unfällen dauerhafte Schäden davon. Rausch sammelt daher für einen Schulbus, in dem – zumindest in Nigeria – sicherlich über 100 Schüler Platz finden: „Das wäre schon einmal eine große Entlastung“, kommentiert Rausch und freut sich über die Grundschule Mardorf, die ihre Erlöse vom Martinsmarkt für das Projekt spendete.

Kontakt: Anke Rausch, 01578 / 6933550, ankerausch@gmx.de. Gisela und Gerhard Rausch, Telefon 06424 / 2865.

von Florian Lerchbacher

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