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Ein Paradies für Stammbaumforscher

Staatsarchiv Marburg Ein Paradies für Stammbaumforscher

Am 3. Januar 2011 eröffnet das Staatsarchiv Marburg in einer ehemaligen Ausbesserungswerkstatt der Bundeswehr in der Leipziger Straße 83 in Neustadt einen neuen Archivstandort.

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Dr. Nicola Wurthmann (links) und Dr. Katrin Marx-Jaskulski zeigen die Zweitschrift eines Heiratsbuchs aus dem Jahr 1879, die zum Bestand des Personenstandarchivs in Neustadt gehört.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Dr. Andreas Hedwig blättert durch ein Grundbuch von Mornshausen / Dautphe aus dem Jahr 1872, das auf dem Ärmel des Direktors des Hessischen Staatsarchivs Marburg einen Staubfleck hinterlässt. Noch haben die Mitarbeiter des neuen Standorts in Neustadt das Buch nicht in den Bestand eingearbeitet, der schon jetzt aneinandergereiht 13 Kilometer lang ist.

Für 40 Kilometer Bücher und Akten ist in Neustadt Platz. Jährlich wächst der Bestand um rund drei Kilometer – der deutschlandweit größte Wert aller Archive, nicht einmal im Bundesarchiv ist der Zuwachs so groß, wie Hedwig betont. Sieben Mitarbeiter und drei Auszubildende kümmern sich um das Grundbuch- und Grundaktenarchiv, das Personenstandsarchiv oder arbeiten in der Restaurierungswerkstatt, in der beschädigtes Archivgut fachgerecht aufgearbeitet wird.

Die ehemalige Ausbesserungswerkstatt der Bundeswehr bietet dem in Marburg angesiedelten Staatsarchiv ganz neue Möglichkeiten: „Wir hatten in Marburg ein Problem mit dem Platz“, sagt Hedwig. Viele Jahre dauerte die Suche nach einem Ort, der als Außenstelle geeignet und finanzierbar ist. Insgesamt fast 14.000 Quadratmeter ist das Gelände groß, welches das Land vom Bund für rund 2,3 Millionen Euro kaufte.
4.000 Quadratmeter Nutzfläche umfasst das Gebäude, dessen Böden zwischen anderthalb und zwei Tonnen Last je Quadratmeter tragen können – nur dieser hohe Wert ermöglicht eine sichere Lagerung vieler Tausend Kilogramm Papier.

Im Grundbucharchiv liegen geschlossene Grundakten und -bücher der hessischen Grundbuchämter. Die Neustädter sind also eine Art Dienstleister für 32 der 46 zuständigen Ämter Hessens, mit denen ein reger Austausch der Unterlagen stattfindet. Mehr als 1.200 der Schriften waren in diesem Jahr zum Beispiel auf dem Weg zwischen Archiv und Justiz, wie Leiterin Dr. Nicola Wurthmann betont, die mit ihren Mitarbeitern an manchen Tagen zwischen 100 und 300 Metern Unterlagen empfängt und einlagert – viele sind noch handschriftlich verfasst worden, andere sind mit der Schreibmaschine getippt. Auf elektronische Datenspeicherung stellten die Ämter erst vor wenigen Jahren um.

Bürger können sich ab dem 3. Januar 2011 einen Überblick über das Angebot verschaffen. Offizielle Einweihung mit Eva Kühne-Hörmann, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, ist am 7. Februar 2010.
Das Grundbuch und Personenstandarchiv ist mittwochs und donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet, Telefon: 0 66 92 / 20 38 80.

von Florian Lerchbacher

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