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Ostkreis Ein „Kind“ in guten Händen
Landkreis Ostkreis Ein „Kind“ in guten Händen
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18:37 03.04.2017
Der Vorstand mit (von links) der 2. Vorsitzenden Inge Eismann-Nolte, der Vorsitzenden Dagmar Stabenow-Kräuter, Schriftführerin Anne Traulich und Kassierern Hildegard Kräling wurden von Bürgermeister Michael Plettenberg mit Rosen bedacht. Foto: M. Mayer
Mardorf

Seit elf Jahren ist die Backhaus-Gemeinschaft Träger des Gemeenshaus. Der Bürgermeister nutzte das „närrische“ Jubiläum, um die von der Gemeinschaft geschriebene Erfolgsgeschichte zu würdigen, nachdem dies zum eigentlichem Jubiläum aus terminlichen Gründen nicht möglich war.

Michael Plettenberg erinnerte daran, dass das Gemeenshaus im Zentrum Mardorfs im Zuge der Dorferneuerung saniert worden sei. Dann sei die Frage aufgekommen: Wie geht es weiter?, sagte der seit 2005 amtierende Bürgermeister. Die Stadt habe die Trägerschaft für das Gebäude ausgeschrieben und der für Restaurierung und Betrieb des Backhauses gegründet junge Verein Backhaus-Gemeinschaft habe den Mut gehabt, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Der Verein habe ein Nutzungskonzept erarbeitet mit einer in seinen Augen zunächst sehr optimistischen Nutzungs-Frequenz. Mit jährlich 600 Nutzungen sei das Gemeenshaus aus dem Vereins- und Dorfleben Mardorfs nicht mehr wegzudenken. Zu verdanken sei das zuerst dem „harten Kern“ mit dem damals schon amtierenden Vorstandsteam um die Vorsitzende Dagmar Stabenow-Kräuter und die Stadträte und Ehrenstadträte Bernhard Schick, Peter Benner, Ewald Mann und Karl-Heinz Kräling. Unvergessen sei, wie Letzterer mit einigen Helfern den neuen Ofen im Backhaus hochgezogen habe, sagte der Bürgermeister.

Die Backhaus-Gemeinschaft habe mit ihrer zielgerichteten Arbeit als erster Amöneburger Trägerverein nicht nur für die Stadt, sondern auch für umliegende Kommunen Vorbildfunktion erlangt. Diese Arbeit sei über einen so langen Zeitraum nur durch die Gemeinschaft aller aufrechtzuerhalten, sagte der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass der Verein nicht nur unendlich viel Arbeit, sondern auch erhebliche Geldmittel in die Ausstattung des Gebäudes investiert, Ausstellungen und andere Veranstaltungen organisiert habe. Er hob besonders hervor, dass das Kerngeschäft des Vereins nie unter den Gemeenshaus-Aktivitäten zu leiden hatte. Der Backofen kühle niemals so ganz aus, die Backkurse (bis zum Sommer ausgebucht, die Redaktion) erfreuten sich auf kommunaler Ebene großer Beliebtheit. „Sie leisten einen großen Beitrag für das Dorf“, fasste Michael Plettenberg zusammen.Auch Ortsvorsteher Heinrich Benner sparte nicht mit Lob für den Verein: „Alles läuft sehr gut, macht weiter so“, erklärte der Ortsvorsteher, der Michael Plettenberg in sein Lob einband: „Wir haben das auch unserem Bürgermeister zu verdanken. Mit Anders Arend wäre das ganze geplatzt“, sagte er. „Ich gratuliere Euch sehr herzlich, jeder Mardorfer Verein nutzt das Haus“, erklärte Peter Schick als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, der die gute Zusammenarbeit des Trägervereins mit allen Vereinen würdigte. „Die biologische Uhr tickt“

„Es war unser Kind, wir haben uns von Anfang an mit dem Haus identifiziert und einen Wahnsinnseinsatz gebracht“, erinnerte Dagmar Stabenow-Kräuter an die ersten Jahre, als die Mitglieder noch regelmäßig das riesige Haus mit seinen vielen Sprossenfenstern selber von oben bis unten putzten und begannen, das leere Gebäude Schritt für Schritt mit Inventar auszustatten. Heute fehle aus ihrer Sicht ein Stuhllager. Der Transport der schweren Tische von Stockwerk zu Stockwerk sei sehr mühsam, bekannte die Vorsitzende.„So lange wir fit bleiben und Spaß daran haben, machen wir weiter“, versprach Dagmar Stabenow-Kräuter, um zugleich ein Problem anzusprechen: Die Alterstruktur des Vereins. „Die biologische Uhr tickt. Die Hälfte der Mitglieder ist älter als 65 Jahre. Von den Aktiven sind nur drei jünger als 60 Jahre. Wir müssen überlegen, wie es in 10, 20 Jahren mit der Trägerschaft weitergeht“, mahnte die Vorsitzende und schlug vor, das Projekt Gemeenshaus rechtzeitig auf breitere Füße zu stellen.

von Matthias Mayer