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Ostkreis Ein Einblick in eine verborgene Welt
Landkreis Ostkreis Ein Einblick in eine verborgene Welt
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06:16 25.05.2012
Stadtallendorf

Als Bürgermeister Christian Somogyi gestern um halb elf pünktlich zur Eröffnung des Tages der offenen Baustelle eintraf, musste er feststellen: Die Veranstaltung war bereits in vollem Gange. Ob des großen Interesses informierte Willi Kunze, der Regionalbeauftragte von „Hessen Mobil“, bereits eine erste Gruppe der mehr als 100 Gäste über das Bauprojekt, die Hintergründe und die Pläne.

Und natürlich musste er das Projekt auch Kritikern gegenüber verteidigen: Ein Stadtallendorfer hätte zum Beispiel lieber eine Umgehungsstraße gesehen, als eine tiefergelegte B454. Die „entlastende Wirkung“ einer solchen Umgehungsstraße wäre gering gewesen, da Stadtallendorf ein „attraktiver Quell- und Zielort“ sei, sagte Kunze und erklärte, aufgrund der zahlreichen Betriebe werde die Stadt verstärkt angefahren.Mehr als die Hälfte des aus Richtung Kirchhain kommenden Verkehres bleibe in Stadtallendorf.

Die B454 solle als „Verteilerschiene“ fungieren. Die Hauptverkehrsader tiefer zu legen bewirke, dass Anwohner den Verkehr nicht sehen müssten und auch weniger hören würden. Vorteil für die Verkehrsteilnehmer sei, dass sie nicht mehr an Ampeln stoppen müssten sondern zügig an der Stadt vorbeikämen – wer Stadtallendorf anfahren möchte, muss Abfahrten beziehungsweise „Rampen“ nutzen, die von der B454 nach oben führen.

Die spannendste Nachricht für die meisten Gäste war, dass sich der dritte Bauabschnitt (beginnend an der Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße–B454) nicht direkt an den zweiten Bauabschnitt anschließe (die OP berichtete). „Das hat planerische Gründe. Wir waren noch nicht so weit für das Baugenehmigungsverfahren“, sagte Kunze. In diesem Jahr sei es jedoch so weit: „Dann dauert es mindestens zwei Jahre, bis wir Baurecht erhalten“, sagte der Regionalbeauftragte und ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Wenn wir hier fertig sind, haben sie erstmal zwei bis drei Jahre Ruhe vor uns.“

Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes ist für den Frühling des kommenden Jahres geplant. Am heutigen Mittwoch will „Hessen Mobil“ die Vollsperrung auf der B454 aufheben, ab Donnerstag kann der Verkehr aus Richtung Neustadt kommend wieder über die Bundesstraße fließen. Ab dem 1. Juni ist die Strecke dann wieder beidseitig befahrbar.

Ein weiterer kleinerer Schritt, der besonders Bürger aus der Haartsiedlung interessierte, ist die geplante Wiederöffnung der Behringstraße. Eine Ampel solle wieder dafür sorgen, dass Fußgänger sicher über die B454 gelangten, sagte Kunze. Er erinnerte außerdem daran, dass die Tieferlegung der B454 schließlich auch dazu beitragen soll, dass die Stadt nicht mehr so extrem in zwei Teile halbiert werde.

von Florian Lerchbacher