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Ostkreis Ein Dorf als Großbaustelle
Landkreis Ostkreis Ein Dorf als Großbaustelle
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20:45 08.10.2010
In der Alten Heerstraße wird noch gebaggert. Dieser Straßenabschnitt soll im Zuge der Josbacher Dorferneuerung zu einem freundlichen Entree umgestaltet werden. Quelle: Matthias Mayer

Josbach. Das Dorf gleicht einer Großbaustelle – und dies schon seit zwei Jahren. Denn 2008 wurde mit der Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen begonnen.

Radlader brummen durch den Ort. Sie transportieren Schotter vom Lagerplatz am Dorfgemeinschaftshaus zu den ausgehobenen Gräben, in denen die Nahwärmeleitungen bereits verlegt sind. An anderen Stellen sind Baggerführer damit beschäftigt, Straßen neu aufzureißen. Das Dröhnen der Bagger wird noch übertönt vom Wummern einer Rüttelplatte, mit der ein Bauarbeiter auf der Alten Heerstraße den Boden über einem bereits wieder verfüllte Graben verdichtet.

Weiter oben im Dorf sind Fachleute auf einem Privatgrundstück damit beschäftigt, eine Natursteinmauer neu aufzumauern. Am Dorfgemeinschaftshaus ist die mit Mitteln aus der Dorferneuerung geförderte Freiflächen-Gestaltung rund um den überdachten Grillplatz bereits abgeschlossen. Im Gebäude selbst wird noch gewerkelt. Die energetische Sanierung, bezahlt mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II, steht vor dem Abschluss.

Und nach Feierabend ist an der Großbaustelle Josbach noch lange nicht Schluss. Dann zieht die Dorfgemeinschaft los, um weitere Projekte im Zuge der Dorferneuerung voranzubringen. Derzeit arbeiten die Josbacher am Friedhof, bauen, wie Ortsvorsteher Michael Emmerich (CDU) berichtet, in Eigenleistung einen Weg, erweitern den Parkplatz, pflanzen eine Hecke und mehrere Bäume an. Noch zwei Wochen, so schätzt Emmerich, und dann sind auch diese Arbeiten Geschichte. Dann geht Josbach in die zweite Halbzeit seiner Dorferneuerung.

Mindestens ebenso spannend ist für die Josbacher die aktuelle Entwicklung beim im Juli begonnenen Bau des zwei Kilometer langen Nahwärmenetzes, die Michael Emmerich so skizziert: In der kommenden Woche wird die von Josbach durch die Bundesstraße 3 abgetrennte Wohnsiedlung Eichwald angeschlossen. Dazu wird die B 3 unterbohrt.

Der Anschluss der bislang 38 in einer Genossenschaft zusammengeschlossenen Haushalte an das Nahwärmenetz soll in zwei Wochen abgeschlossen sein. Zwischen dem 8. und 12. November kommt ein Blockheizkraftwerk, das zu Spitzenzeiten die Biogasanlage auf dem Hof Staffel unterstützt oder deren Heizleistung übernimmt, sollte diese einmal ausfallen.

Das Rauschenberger Stadtparlament billigte für das gesamte Bauvorhaben am Montagabend eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 100.600 Euro, die jedoch den Haushalt nicht zusätzlich belastet, das das so genannte „Ankerprojekt“ entfällt (70.000 Euro Einsparung) und gleichzeitig der Zuschuss um 58.000 Euro steigt.

Noch im Dezember soll das Projekt abgeschlossen sein. Dann ist die Großbaustelle Josbach zu Weihnachten nach zwei Jahren Geschichte.

von Matthias Mayer

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