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Eigenheim-Traum in der Warteschleife

Verdruss Eigenheim-Traum in der Warteschleife

Im Sindersfelder Neubaugebiet tut sich derzeit nichts. Sehr zum Verdruss von Christian Müller und seiner Familie. Die will dort auf ihrem Grundstück bauen. Und dies möglichst bald.

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Diese Wiese bietet Platz für zehn Bauplätze. Bislang haben sich erst fünf Käufer für Parzellen des Sindersfelder Neubaugebiets gefunden. Foto: Matthias Mayer

Sindersfeld. Christian Müller ist mit einer Sindersfelderin verheiratet. Die wunderschöne Lage mit der Fernsicht, die gute Dorfgemeinschaft in dem Kirchhainer Stadtteil und der günstige Grundstückspreis bewogen die derzeit in Rüdigheim lebende Familie dazu, sich in dem Neubaugebiet einzukaufen. Am 23. Mai habe er den Kaufvertrag unterschrieben, verbunden mit der Zusicherung des Bürgermeisters, dass in Sindersfeld noch in diesem Jahr die Bagger anrollen würden, sagte Müller gegenüber der OP.

Seitdem habe sich in Sachen Erschließung des zehn Plätze bietenden Baugebiets nichts getan - offenbar weil ein sechster bauwilliger wieder abgesprungen sei. Lediglich fünf Bauplätze seien bislang verkauft, erklärte Müller, der nun wie auf heißen Kohlen sitzt. Die Bauzeichnung sei fertig, aber der Architekt könne unter den derzeitigen Bedingungen weder die einzelnen Gewerke ausrechnen noch die Ausschreibung vorbereiten. Dabei sei seine Budgetplanung an der derzeitigen Tiefzinsphase und einem zeitnahen Baubeginn ausgerichtet, berichtete der Vater einer dreijährigen Tochter.

In seiner Not habe er selbst für das Baugebiet geworben, Kleinanzeigen geschaltet, sein Auto entsprechend plakatiert, erklärte Christian Müller, der umgekehrt der Stadt vorwarf, zu wenig für die Vermarktung der Bauplätze zu tun.

Dem wiederum widersprach der für das Bauwesen in Kirchhain zuständige Fachbereichsleiter Volker Dornseif. Die Stadt bewerbe das Baugebiet mit Anzeigen und Flyern, und dies mit Erfolg. Es gebe inzwischen zwei Interessenten für den sechsten Bauplatz. Zudem gebe es am Montag gemeinsam mit der Sindersfelder Ortsvorsteherin Elke Schall ein weiteres Gespräch. Möglicherweise gelinge es dann, die übrigen vier Bauplätze auf einen Rutsch zu verkaufen, sagte Dornseif.

Die Planung für die Baustraße sei bereits beauftragt, und das Parlament habe diese Mittel bereits freigeben. Dies aber nur unter der Maßgabe, dass schon sechs Bauplätze verkauft seien. An diese Vorgabe der Stadtverordneten sei die Verwaltung gebunden, erklärte der Fachbereichsleiter auf Anfrage der OP.

Hintergrund dieser Vorgabe ist ein intelligentes Modell, das die klamme Stadt vor voll erschlossenen Baugebietsbrachen schützen soll, wie es sie in einigen Gemeinden gibt. Die Stadt kauft den potenziellen Baugrund zunächst für einen symbolischen Preis an und verkauft die Grundstücke weiter. Erst wenn durch den Verkaufserlös der Grundstücke die Erschließungskosten gedeckt sind, beginnt die Stadt mit der Erschließung. Dazu wären in Sindersfelder acht verkaufte Bauplätze nötig. Um die Wartezeit für Bauwillige zu minimieren, hatte das Stadtparlament beschlossen, die fehlenden Mittel für die Vollerschließung außerplanmäßig bereitzustellen.

Nach dem Verkauf aller Bauplätze erhalten die ursprünglichen Grundeigentümer den vollen Kaufpreis.

von Matthias Mayer

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